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In frühern Zeiten mochte der Wulfhof ein herr⸗ ſchaftliches Schloß geweſen ſein. Man bemerkt zur Linken von dem neumodiſcheren Hauſe einen alten Thurm mit Schießſcharten und Zinnen; und die Brücke über den Graben, auf drei Bögen ruhend, wovon die beiden äußerſten beinahe in der Erde be⸗ graben ſind, gibt gleichfalls Zeugniß, daß ſie ehedem mit ſchweren, rohen Gebäuden in Verbindung ſtand.
Dieſer Theil von Weſtflandern war ſonſt mit adeligen Schlöſſern bedeckt, von deren Pracht und Stärke die Chroniken piel zu ſagen wiſſen; aber in Folge des unaufhörlichen Anwachſens einer thätigen Bevölkerung wurden die Beſitzungen allmälig ſo ver⸗ theilt und das Gebiet der Lehnsherren dermaßen verkleinert, daß die alten Schlöſſer mitten auf den Feldern ohne Herrſchaft daſtanden, als Erinnerungen an geſellſchaftliche Verhältniſſe, welche für alle Zeiten verſchwunden ſind. Endlich kam der Pflug bis an den Fuß der verlaſſenen Schlöſſer, ſeine Furchen zu ziehen, und der Landmann, durch Reichthum ſtark, trug die nutzloſen Ueberbleibſel bis auf den Grund ab und baute ſich aus dem rumpfartigen Knochen⸗ gerüſte der mittelalterlichen Mauern ſelbſt Ställe und Scheunen.
Daß der Wulfhof einem ähnlichen Looſe verfpl⸗ len war und ehemals eine ritterliche Behauſungßhe⸗ weſen ſein mußte, dieß ließ ſich vor allem aus ſeiner Lage auf der höchſten Anhöhe der Umgegend ſchlie⸗ ßen. Dieſe war allerdings für den Lanbeh nicht günſtig, während dagegen zu der Befeſtiguno eines adeligen Schloſſes ſich kein geſchickterer Pios ausfin⸗ dig machen ließ.


