Druckschrift 
Das eiserne Grab / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Schluß.

Ich war zwei Tage und zwei Nächte in der Wohnung des alten Bildhauers geblieben. Seine lange und traurige Erzählung hatte mir mehrmals Thränen in's Auge gelockt; und ehe ich ſeine Lebens⸗ geſchichte bis zu Ende gehört hatte, war in mir eine ſo tiefe Bewunderung entſtanden, daß ich ihn nicht anſehen konnte, ohne von einem Gefühle der Achtung und Ehrfurcht durchdrungen zu werden.

Im Augenblick, da ich abreiſen wollte, um heim⸗ zukehren, drückte ich noch einmal mit fieberiſcher Wärme dem Greiſe die Hände, welcher für mich das lebendige Sinnbild der Hoffnung und Liebe war und mir die erſtaunliche Mocht der Erinnerung begreiflich gemacht hatte.

Mein Weg führte mich über den Kirchhof; ich blieb bei dem eiſernen Grabe ſtehen und blickte lang in träumeriſcher Selbſtvergeſſenheit auf die Blumen, nach vierzig Jahren noch ſo lebendig und ſo friſ ch, wie die Erinnerung an ſie, deren Gebeine ſe be⸗ ſchatteten.