Druckschrift 
Das eiserne Grab / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
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Nicht todt? wiederholte ich.Welche Ge⸗ heimniſſe, welche Wunder verbergen dann dieſe Blumen?

Sie ſtellen ſich, als ob Sie mich nicht begriffen, ſagte der alte Mann in ſtillem, tiefem Tone,und doch hat mich Ihr Herz ſo wohl begriffen! Todt? Aber während ich zu Ihnen ſpreche, ſehe ich dieſelbe; ſie lächelt mir zu; ich höre ihre Stimme, die mir aus den Blumen heraus zuruft: die Zeit wird kurz, ich warte, ich warte!

Sie ruft Ihnen zu! ſtieß ich, beinahe außer mir vor Beſtürzung, hervor.Sollten Sie es ſein, der die hölzerne Bank während ſeiner Anweſenheit ſo ausgeſeſſen hat?

Niemand anders, als ich.

Der Klausner?

Der Greis, welchen der Zufall Ihnen zum Be⸗ gleiter gab, antwortete er,der Bildhauer, deſſen Alabaſter Sie getragen haben, ohne zu wiſſen, welche heilige Erinnerung derſelbe daraus meiſeln würde dieſer Mann iſt der Klausner!.... Aber kommen Sie mit mir; fragen Sie mich nicht weiter. Sehen Sie, da hinter der Kirchhofmauer iſt meine Wohnung. Folgen Sie mir; ich will Ihnen Dinge ſagen, von welchen kein anderer Menſch je ſo gute Kunde er⸗ halten hat, wie ſie Ihnen zu Theil werden ſoll.

Ich ließ mich ſprachlos über den Kirchhof leiten. Der Greis ſagte mir noch unterwegs:

Ich habe noch nie, ſeitdem das eiſerne Grab hier ſleht, das Gefühl meines Herzens in den Buſen eines Menſchen ergoſſen. Ich liebe Sie, weil ich, nach ihren Werken, Sie befähigt geſunden habe, ein