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Hat ein Gefühl von Freundſchaft oder von Liebe ſchon ſo frühzeitig dieſes Kind zu einer Künſtler⸗ natur gemacht?
Hinter den unſchuldigen Geſpielen breitet das Feld der ewigen Ruhe ſich aus, mit ſeiner ungeſtörten Stille, mit ſeinen begrünten Gräbern und ſeinen umgefallenen Kreuzen...
Das niedrige Kirchlein erhebt ſich über den Todten⸗ acker. Sein alter Thurm, ſchwer und knochig am Fuße, gleicht einem Greiſe, der Leid trägt über Kinder, die nicht mehr ſind; aber bald werden ſeine Formen feiner, er ſteigt gleich einer Nadel zum Himmel em⸗ por und zeigt den goldenen Stern der Hoffnung, leuchtend über den Geſchlechtern, welche in dem Schooße der Erde ſchlafen.
Die Sonne gießt ihr erheiterndes Licht über den Kirchhof aus; Blumen wiegen ſich in dem warmen Südwinde über den Gräbern; Vögel ſingen in den Lindenbäumen, welche den geweihten Raſen beſchat⸗ ten; bunte Schmetterlinge flattern über den höl⸗ zernen Kreuzen„ aber Nichts ſtört die eindring⸗ liche Stille und die ergreifende Einſamkeit dieſes Todtengartens.
Hannchen hat ihr Werk vollendet. Auf Miekchens Haupte prangt der rothblaue Kranz, den ſie ihr ge⸗ flochten hat.
Beide treten auf den Fußpfad, welcher ſich über den Kirchhof hinſchlängelt.
Hannchen ſieht ein Maßliebchen gleich einem ſilbernen Stern auf einem Grabe erglänzen. Sie ſpringt zur Seite, bricht die Blume vom Stiel und befeſtigt ſie auf der Stirne ihrer Freundin.
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