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Geschichte des Grafen Hugo von Craenhove und seines Freundes Abulfaragus / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
Entstehung
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Ja.

Ich muß Dir etwas ſagen, woran ſein und ſeiner Familie Leben hängt.

Sprich, Freund, was haſt Du uns Schreckliches zu verkünden?

Ich kann nicht ſo laut mit Dir ſprechen. Man möchte mich hören.

Du weißt aber wohl, daß man zu dieſer Stunde keinem Unbekannten mehr das Haus öffnet.

Das weiß ich wohl; deine Vorſicht muß ich prei⸗ ſen. Oeffne Deine Wohnung nicht, aber ſtehe unten an die Thüre, dann will ich mit Dir durch ein Schlüſſelloch ſprechen.

Ich ſchloß eiligſt das Fenſter, um zu thun, wie er begehrte, doch ehe ich hinabging, ſagte ich meiner Mutter, was der Unbekannte gewollt. Dann ſtellte ich mich hin⸗ ter die Thüre und ſagte dem Wartenden, daß ich bereit ſei, ihn zu hören. Mit kurzen Worten und gedämpfter Stimme ſagte er:

Aus Frankreich kam eine Bande Paſtoralen in die Stadt, alles gemeine Volk iſt Ihnen zugefallen; heute haben ſie ſchon einige Judenwohnungen geplündert, mor⸗ gen werden ſie alle Häuſer der Juden zerſtören und die Leproſen, welche in der Stadt ſind, ermorden. Ich komme von der Verſammlung, welche ſie noch auf dem Cornillons⸗ Berge halten. Abulfaragus hat mich von der Leproſie ge⸗ rettet. Ein Gefühl der Dankbarkeit heißt mich Euch Nachricht davon geben. Höre wohl, was ich Dir ſage: böſe Menſchen haben angegeben, Abulfaragus ſei Chriſt mit dem Munde und Jude mit dem Herzen; ſie haben ihn einen gottvergeſſenen Zauberer genannt, der unermeßliche Schätze aufgehäuft. Dies Letzte war genug zu ſeiner Verurthei⸗

lung; Morgen früh bei Sonnenaufgang wird man ſeine Wohnung ſtürmen und ihn mit ſeiner ganzen Familie er⸗

morden, wenn er nicht flieht Sage ihm dieß. Lebe wohl.

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