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aus dem einen oder anderen Fenſter ihm ein eiſerner Pfeil den Körper durchbohrte.
Nachdem dieß ſchreckliche Grableben ſechs ober ſieben Tage gedauert, begann es plötzlich heftig zu frieren und der Winter ſchien außerordentlich ſtreng werden zu wollen. Die Veränderung der Witterung brachte auch eine Aen⸗ derung in die Krankheit: man bemerkte, daß nur wenige neue Anſteckungsfälle vorkamen und daß ſelbſt die Leproſen nicht mehr ſtarben und ihre Eiterbeulen, wie in Ruhe ver⸗ fallen waren.
Die Obrigkeit und das biſchöfliche Kapitel begannen ſich zu verſammeln, es wurde da und dort gearbeitet und die Stadt erhielt wieder einen Anſchein von Leben. Als⸗ bald wurden ſtrenge, aber nothwendige Geſetze über die Leproſie angekündigt und noch andere Maßregeln gegen die Anſteckung getroffen. Alle Diejenigen, die mit Leproſie befallen waren, mußten überall eine weiße Ruthe in der Hand tragen; wer einen Leproſen, der keine Ruthe hatte, todtſchlug, bekam eine beſtimmte Belohnung von dem Mambour oder Bürgermeiſter; es war jedem verboten, einem Leproſen über einen Abſtand von zehn Schritten zu nahenz wer dieß Verbot übertrat, war dem Tode ver⸗ fallen. Die Angeſteckten durften weder in Kirchen, noch in Häuſer gehen und derjenige, welcher etwas auf die Straße warf, Auswurf oder Tücher, oder der einem Hunde und einer Katze einen Biſſen Brodes gab, wurde ſtehenden Fußes umgebracht. Mit einem Wort: die unglücklichen Leproſen durften ſich nicht blicken laſſen oder das Schwert der an⸗ geſtellten Todtſchläger machte ihrem bittern Leben ein blu⸗ tig Ende.
Da die größte Zahl der Kranken aus Armen und Nothleidenden beſtand, ſtarben anfangs eine große Anzahl vor Hunger und Kälte; andere durch Mangel an Lebens⸗ mitteln gezwungen, brachen bei Nacht mit Gewalt in die Häuſer der Bäcker und Kornhändler und beſchmutzten ſo den Vorrath der Kaufleute.
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