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Geschichte des Grafen Hugo von Craenhove und seines Freundes Abulfaragus / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von E. Zoller
Entstehung
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Gegen Abend ſaß ich auf dem Gras, an dem Platze, wo ich ſo oft mit ihr geſpielt und meine Erinnerungen zogen in lebendigen Bildern an meinem Geiſte vorüber. Wie litt ich dabei! Es war, als ob jede dieſer Freuden, mir ein ewig Lebewohl ſagen wollte, wie man einen Freund zum letztenmale umarmt, den man nimmer wiederſieht. Das Gras war durch meine heißen Thränen verwelkt: ich ſah die Maiblümchen ſich ſchließen und ſterben

Endlich verlor ich das Bewußtſein; ich hatte Alles vergeſſen, und ſchlief mit offenen Augen. In dieſem Zu⸗ ſtand muß ich lange zugebracht haben, denn erwachend, fühlte ich, daß meine Glieder erſtarrt waren und ſich meinem Dienſte nicht fügen wollten. Als ich meine Augen aufſchlug, ſah ich vor mir einen alten Diener des Schloſſes ſtehen. Es war ein ſechzigjähriger Waffenknecht, mit Namen Rogier, der mir am wenigſten feidlich ge⸗ ſinnt war und mich mitleidig anzuſehen ſchien.

Steh' auf, Bernhard, ſprach er,ich muß Dir Etwas ſagen.

Als ich mich aufgerichtet, trat ich näher zu ihm und horchte ängſtlich auf folgende Worte:

Bernhard, es wird etwas Schreckliches gegen Dich gebraut. Es ſcheint, Du haſt ein Verbrechen begangen; einige behaupten, Du habeſt unter den Bauern ein Gerücht verbreitet, das unſer Fräulein beſchimpfen kann. Auf Deine ehrenruhrigen Worte wartet eine ſchreckliche Strafe.

Ich, meine Schweſter Aleidis geläſtert? O Albrecht,

ich wurde zerſchmettert von der falſchen Anklage. Ein

Schrei der Verzweiflung und unmächtiger Wuth entflog meiner Bruſt; ich riß mir die Haare aus und geberdete mich wie ein Wahnſinniger. Der alte Kriegsmann ergriff meine Hand, um mich zu beruhigen, und fuhr fort: Bernhard, kennſt Du Abulfaragus? Weißt Du, daß er Gift und Galle aus dem Honig kochen kann? Daß ein Stilet in ſeiner Hand ein Spielzeug iſt und daß ihm die hölliſchen Geiſter dienen? Warſt Du je in den unter⸗