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ſam dem Grabe, zog ein Körbchen mit Blumen unter ſeinem Obergewande hervor und ſtreute ſie über den Stein; ihr Balſamgeruch war ſo kräftig, daß ein wohl⸗ riechender Duft mein Verſteck durchdrang. Ich hörte nun Abulfaragus Stimme, die ſchluchzend ſagte:
„O Herr Jeſus durch Dein theures Blut gib der Seele meines Wohlthäters und meiner Schweſter den ewigen Frieden! Amen.“
„Und dann beugte er das Haupt zum Steine herab und vergoß Thränen, ſo daß ich ſelbſt aus Mitleiden zu weinen begann; ich konnte mich nicht länger ruhig ver⸗ halten, ich mußte mir eine Thräne trocknen. Durch dieſe Bewegung entdeckte mich Abulfaragus;— ich ſah ſeine zwei Augen ſo flammend auf den meinen ruhen, daß mir ein Angſtſchrei entflog. Der Wahrſager ergriff mich bei der Hand, zog mich unter dem Laube hervor und ſprach in fürchterlichem Tone:
„Du haſt geſehen und gehört, Vermeſſener! Aber wenn Du zu ſprechen wagſt, wird Dir der Tod den Mund auf ewig ſchließen.“
„Während ich knieend um Vergebung bat, entfernte ſich Abulfaragus, mir von fern noch einen gewaltigen, dro⸗ henden Blick zuſendend. Nicht länger blieb ich da, denn nun war mir der Ulmenhain ſchrecklicher, denn je geworden; ich wanderte lange irrend umher, bis ich mich hergeſtellt fühlte und zu Aleidis zurückkehrte. Wie ſehr ich auch inner⸗ lich von dem Gedanken gefoltert ward, was Abulfaragus ge⸗ ſagt habe, und ob die Mutter meiner Aleidis die Schwe⸗ ſter des haſſenswerthen Abulfaragus ſei, ſo hätte ich doch um nichts in der Welt von dem Beſuch bei dem Grabſtein geſprochen; ich ſchwieg wie ein Stummer über dieſen Vorfall. Täglich kam Abulfaragus zum Leſen und ſchien nicht mehr zu wiſſen, daß ich ihn beobachtet habe. Ich wurde mager und verlor meine Farhe, ſo ſehr brannte in meinem Herzen die unbefriedigte Luſt zum Wiſſen und der Neid auf Abulfaragus Kunſt.
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