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ßen Kaiſers ohne ernſtliches Eramen zur Ausübung der Heilkunde zugelaſſen wurden.
Während ſeine Collegen in den umliegenden Dör⸗ fern, vielleicht aus Mißgunſt, ſeine geringe Wiſſen⸗ ſchaft gegen ihn geltend zu machen ſuchten, war er allmählig ein ſo heftiger Feind des Studiums ge⸗ worden, daß er ſeit Jahren kein Buch, keine Schrift über Mebicin mehr in die Hand genommen hatte.
Die Kenntniß der menſchlichen Krankheiten ſchien ihm ſo einfach, daß er nicht begreifen konnte, wie man nutzlos ſo viel Papier verſudelt hatte und noch täglich verſudelte, unter dem Vorwand, einiges Licht in eine Sache zu bringen, die ſo klar ſchien, wie der Tag. Hatte er in ſeinem Leben jemals ein Buch geleſen, ſo mußte es von dem berühmten, je⸗ doch ſyſtematiſchen Brouſſais ſein; denn Herr Heuvels ſah in allen Krankheiten ein Mißverhältniß oder vielmehr ein Uebermaaß von Kraft, was für ihn ein Grund war, ſeine armen Patienten ſo ſehr zu erſchöpfen, daß ſie ihm nur entſchlüpften— wenn ſie das Glück hatten, zu geneſen— nachdem ſie Monate lang die Behandlung des Doctors aus⸗ gehalten und bezahlt hatten. Er wollte jedoch nicht zugeben, daß er dieſe Heilmethode aus einem Buch gelernt habe, ſondern berief ſich auf ſeine perſönliche
Erfahrung, indem er zugleich verſicherte, daß die Erfahrung die einzige Leuchte des Arztes ſein könne. Oberhalb der Wohnung von Doctor Heuvels, auf der andern Seite der Straße, ſtand noch ein ürgerhaus, das gleichfalls einen zweiten Stock hatte. Prächtig war es nicht; aber es war freund⸗ lich, friſch und lachend mit ſeinen grün angeſtrichenen
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