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Der junge Doctor : eine Erzählung aus unserer Zeit / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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ſo daß bei der lärmenden Freude eines Haufens von Studenten der Ort nicht geringe Aehnlichkeit mit einer Bauernkirchweihe zeigte, wo die Kraft des Bieres alle Herzen geöffnet und alle Zungen gelöst hatte.

Als endlich die Wirthin auf den Ruf des jungen Advokaten herbeigelaufen kam, beſtellte ſein Genoſſe, der Bankiersſohn, ein paar Flaſchen Wein, einige Citronen und viel Zucker. Er wollte davon, ſagte er, eine erfriſchende Limonade machen. Was auch die Andern, und namentlich Adolph, gegen dieſe nutz⸗ loſe Ausgabe einwenden mochten, der Bankiersſohn beharrte darauf, daß ſie das nichts anginge, da er ſie mit einer trefflich bereiteten Bowle regaliren wolle und der Wein das beſte Mittel wäre, um einen Freund zu erquicken, der nur anderthalb Stunden an eine nothwendige Erholung zu wenden hätte.

Es dauerte ziemlich lange, bis die Wirthin die beſtellten Sachen brachte, und noch länger, bis der Bankiersſohn die Limonade in einer großen Schüſſel bereitet hatte. Die Zwiſchenzeit wurde jedoch mit allerlei heitern Scherzen ausgefüllt, die gewiß weder an Geiſt noch Lebhaftigkeit verloren, als man in wiederholten Zügen das rothe Naß aus den funkeln⸗ den Pokalen ſchlürfte.

Adolph ſchien ſich der unbändigen Fröhlichkeit ſeiner Genoſſen hinzugeben; er lachte mit den Andern und warf auch dann und wann ein heiteres Wort ein; aber das Lachen verſchwand zuweilen plötzlich von ſeinem Angeſichte und ſein Blick ſchweifte in die Ferne, unter dem Einfluß überwältigender Gedanken. Obſchon er ſich Gewalt anthat, um aufgeräumt zu erſcheinen, war ſein Geiſt doch immerdar in dem