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Unterdeſſen hatte ſich der Student, welcher auf dem Bette geſeſſen war, dem Büchergeſtell genähert und ſagte nun in ſcherzendem Ton:
„Was für nutzloſe, überflüſſige Dinge! Wenn Du die Naſe in alle dieſe Bücher ſteckſt, Adolph, wundert es mich nicht, daß das Eramen eine Rieſen⸗ arbeit für Dich iſt. Was thun, um Gottes willen! auf dieſen Brettern Morgani, Sydenham, Boerhave, Baudelocque, Burns? Warum hier deutſche und engliſche Werke? Wenn man zu viel ergründen will, weiß man zuletzt nicht mehr, was man vor der Prü⸗ fungs⸗Commiſſion antworten ſoll. Es iſt viel gera⸗ thener, ſich einfach an die Lectionen der Profefforen zu halten. Iſt man einmal zum Doctor promovirt, iſt es doch nicht die Wiſſenſchaft, welche uns eine Praris bringt. Eine gute Doſis Argliſt und viel Quackſalberei, das ſind die Mittel, um nicht ſelbſt Hungers zu ſterben, während man die Andern kurirt.“
Dieſe Worte ſchienen Adolph in ſeinem Gefühl zu verletzen; er drehte ſich um und erwiderte mit nachdrücklicher Stimme:
„Du ſagſt das nur Spottes halber und weißt ſo gut als ich, daß dieß nur Scheingründe ſind, von jeber ausgedacht zur Entſchuldigung der Unwiſſenheit und Trägheit. Der Beruf des Arztes iſt die über⸗ nommene Aufgabe der Menſchenliebe und der Barm⸗ herzigkeit; und ſchenkt mir Gott die nöthigen Kräfte, ſo werde ich ſie löſen mit all der Ueberzeugung und all dem Glauben einer heiligen Sendung
Der junge Advokat ſprang zwiſchen beide, legte Jedem eine Hand auf den Mund und rief befehlend:
„Still! kein Wort mehr vom Studiren, von Bü⸗


