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Der junge Doctor : eine Erzählung aus unserer Zeit / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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Haupt unter der drückenden Laſt der Witterungsver⸗ hältniſſe gebeugt, mit dem feſten Vorſatz, ihren glück⸗ ſeligen Schlummer ſo weit zu verlängern, bis die größte Tageshitze vorüber wäre.

In dieſem Augenblick erſchien jedoch ein Mann am Eingange der Thienſchen Straße. Schnellen Schrittes, ohne den Schatten zu ſuchen, und dem kürzeſten Wege folgend, um das Ziel ſeines haſtigen Strebens zu erreichen, marſchirte er quer über den Markt.

Auf ſeinem glühenden Angeſicht ſtand der Schweiß tropfenweiſe, und die braunen Haare, die unter dem Strohhut ihm auf die Schultern fielen, ſchienen in Waſſer getaucht. Hätte er auch nicht zwei ſchwere Bücher unter ſeinem linken Arm getragen, es wäre doch aus ſeiner Kleidung und ſeinem ganzen Aus⸗ ſehen zu errathen geweſen, daß der junge Mann zu den Zöglingen der Hochſchule gehörte und einer von denjenigen war, welche von der Alma mater die letzten Waffen ſich zu verſchaffen ſuchen, um mit Hoffnung auf Sieg den gefürchteten Kampf eines entſcheidenden Examens beſtehen zu können.

Er mochte wohl ſeine ſechsundzwanzig Jahre er⸗ reicht haben, es ſei denn daß vielleicht ſein abgema⸗ gertes Angeſicht und die leichten Falten auf ſeiner Stirne ihn frühzeitig gealtert erſcheinen ließen. Schaute er auch in Gedanken zu Boden und ging gebückt, ſo war er doch von hohem Wuchſe, und es lag ſelbſt in der Magerkeit ſeiner Glieder und in ſeiner ganzen Erſcheinung etwas Feines und Graziöſes, was leicht den Glauben an hohe Geburt des Jünglings erregen konnte, wenn nicht wieder das abgetragene Ausſehen