Teil eines Werkes 
3 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde. 81

tete und zuletzt als ein ungeheurer Jubelruf an die Mauern der Kapelle ſchlug.

Endlich, das große Werk war vollbracht! Vier Ge⸗ ſellen kamen mit einer eiſernen Kiſte aus der Kapelle. Ghelnoot van Lens hob die Hände empor und wußte vor Freude nicht, was er Alles rief und ſagte. Ihm folgten die Schöffen mit ſiegreichen freudeſtrahlenden Blicken. Artevelde dagegen ſchritt ſchweigend und mit geſenktem Haupte neben der Kiſte her. Er ſchwankte auf den Füßen; ſeine Bruſt keuchte ſichtbar; Thränen rollten über ſeine Wangen..... Er hatte ſie alſo zer⸗ riſſen, die Bande ſeines theuren Flandern, und dreihun⸗ dertjährige Liſt und Meineid beſiegt und vernichtet!

Als der feierliche Zug ſich dem jauchzenden Heere nahte, lief Ghelnoot van Lens raſch mit vier Begleitern voraus und kehrte gleich mit einer brennenden Fackel und vielen Strohbündeln zurück, die er vor der Schlachtord⸗ nung als einen Scheiterhaufen aufthürmte.

Hier wurde die Kiſte niedergeſetzt und geöffnet, wäh⸗ rend Ghelnoot das Stroh anzündete, deſſen Flamme flackernd in die Hoͤhe ſtieg.

Artevelde nahm hierauf alle Urkunden, eine nach der andern, aus der Kiſte, ließ durch Meiſter Auguſtyn aus⸗ rufen, welche Verpflichtung, Verbindlichkeit oder Schuld dieſelbe enthielt, zerriß ſie dann und warf ſie in das Feuer.

Freudengeſchrei erhob ſich während dieſer Zeit aus dem Heere und ſtieg gen Himmel empor. Der Jubel ward ganz ungeheuer, als der Rauch des verbrannten Pergamentes ſich über den ganzen Lagerplatz verbreitete

Jakob von Artevelde. III. 6