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Jakob von Artevelde.
briefe— Früchte dreihundertjährigen Meineides und dreihundertjähriger Unterdrückung— vielleicht noch vor Mittag in unſerer Macht ſein werden, daß wir ſie zer⸗ reißen und von den Flammen verzehren laſſen, damit ſelbſt die Erinnerung an Flanderns Leid und Sklaverei⸗ vernichtet ſei. Was ich Euch vorſchlage, iſt ohne Zweifel nicht ohne Gefahr, das weiß ich ſehr wohl; aber bedenkt, daß hundert Siege uns zuſammen nicht ſo viel Vortheil bringen können, wie dieſer einzige, wenn Gott zugiebt, daß wir ihn erringen. Und wer ſagt Euch, daß wir des⸗ halb einen einzigen Tropfen Blut zu vergießen nöthig haben? Die Fürſten werden in dieſem Augenblicke vor einem Kriege mit uns zurückweichen; ſie ſind gezwungen, die Waffen niederzulegen, ſage ich Euch!“
„Es iſt wahr, was der Oberhauptmann ſpricht,“ bemerkte Maes van Vaernewyck.„Hier muß von unſe⸗
rer Seite entſchieden gehandelt werden. Man hat uns
mit Stricken gebunden; es fehlt uns die Zeit, dieſe Bande zu löſen. Nun denn! laßt uns ſie zerreißen durch eine heldenmüthige Anwendung unſerer Kräfte; durch Unterhandlungen iſt doch nichts zu gewinnen!“ 4 „Ich beharre gleichfalls bei unſerm erſten Vorhaben,“ ſagte Peter Zoetaerde.„Es mag nicht ohne Gefahr ſein, aber es iſt doch groß und vlämiſcher Männer würdig.“ „Warum kommen wir denn zuruͤck auf unſern erſten Beſchluß?“ fragte Jakob Maſch mit Uingeduld.„Zum erſten Male ſeit drei Jahrhunderten iſt Flanderns Arm lang genug, um das Schloß ſeiner Ketten erreichen zu können, und es ſollte die Hand nicht ausſtrecken dürfen,
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