Jakob von Artevelde.
dagegen vorzubringen verſuchten, Artevelde's Vorſchlag ward mit Eifer angenommen, und wenige Tage nach⸗ her erklärten die bedeutendſten Städte Flanderns, daß ſie bereit ſeien, durch Geſandte und im Fall der Noth durch Waffenmacht Gent's patriotiſches Verlangen zu unterſtützen.
Dieſer Beſchluß, durch ein Heer von ſechzigtauſend Mann befeſtigt, wirkte wie ein zermalmender Donner⸗ ſchlag ſowohl auf den Grafen, wie auf den König von Frankreich. Wälſch⸗Flandern abtreten? Die Frucht hundertjähriger Liſt und politiſcher Berechnung verlie⸗ ren? Das drohende Flandern noch mächtiger machen?— Dazu konnte Philipp von Valois ſich nicht entſchließen.
Was den Grafen betrifft, ſo war dieſer im vollen Sinne des Worts ein Franzoſe. Er betrachtete ſich ſelbſt auch nicht anders. Flandern war für ihn nur ein Lehen, das ihm nicht mehr am Herzen lag als die Grafſchaften Rethel und Nevers, die er gleichfalls in Frankreich beſaß. Kein Wunder alſo, daß er das Gedeihen und die Macht Flanderns als ein beklagenswerthes Uebel betrachtete, ſobald dadurch der Größe ſeines vermeintlichen Vater⸗ landes Frankreich Abbruch geſchehen konnte.
Die Geſandtſchaft der vlämiſchen Städte begab ſich nach Paris, um dort in kräftiger Sprache die Zurück⸗ forderung von Waelſch⸗Flandern geltend zu machen. Der franzöſiſche Hof durfte es nicht wagen, die Geſand⸗ ten abzuweiſen. Er zog daher vorſichtig die Verhand⸗
lungen eine Zeit lang in die Länge, ohne dieſelben zur Entſcheidung zu bringen. Dies konnte jedoch nicht lange
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