84 Jakob von Artevelde.
gegen Frankreich gewonnen hatte und ſelbſt von dem Kaiſer mit dem Titel:„Vicarius des deutſchen Reiches“ geſchmückt worden war. Dieſes Ehrenamt ſtellte einen Theil von Flandern, welchen man das kaiſerliche Flan⸗ dern nannte, unter ſeinen Befehl, und gab ihm zugleich einen großen und geſetzlichen Einfluß auf die anderen Provinzen der Niederlande. Da er nun auf dieſe Weiſe ſeine Macht vergrößert ſah, ſo rüſtete er ſich öffentlich, um einen entſcheidenden Krieg mit Frankreich zu begin⸗ nen, bis nach Paris vorzudringen und Philipp von Va⸗ lois der Krone zu berauben.
Der franzöſiſche König begann jetzt ernſtlich Furcht zu hegen und unterließ ſeinerſeits nichts, um Bundesge⸗ noſſen zu gewinnen. Es ſchmerzte ihn ſehr, ſich der Hülfe Flanderns beraubt zu ſehen; denn dieſes Land war da⸗ mals mächtig genug, um allein die Wagſchale zum Vor⸗ theil des einen der beiden Könige ſinken zu machen. Deshalb hielt ſich Philipp von Valois, der im Grunde ſeines Herzens wohl fühlte, welches geringe Recht Frank⸗ reich auf Flanderns Freundſchaft habe, nicht für ſicher, daß die Vläminger ihren thatſächlichen Beiſtand Eduard verweigern würden.
Er ſparte demgemäß keine Bemühungen irgend ei⸗ ner Art, um zu ſeinem Vortheile in Flandern eine Aen⸗ derung der öffentlichen Meinung hervorzubringen, und weder Geld noch Liſt, um ſeinen Zweck zu erreichen. Die
vlämiſchen Städte wimmelten von franzoſiſchen Send⸗ lingen, welche manchen Bürger durch Geſchenke und Ver⸗ ſprechungen wankend machten.
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