Teil eines Werkes 
2 (1849)
Entstehung
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60 Jakob von Artevelde.

Nicht weit von dem Graben ließ Artevelde einen Karren umwerfen, erſtieg denſelben, um Alles überſehen zu können, und gab alsbald den Befehl, die Feſte in ih⸗ rer ganzen Breite zu berennen. Auf dieſes Zeichen ließen die Ribauden die Springböcke und den großen Stadt⸗ bogen ſpielen, ſo daß die Pfeile und Steine mit Blitzes⸗ ſchnelle durch die Luft fuhren und ſie mit einem ſchnei⸗ denden Pfeifen erfüllten. Alle Gilden eilten jetzt vor⸗ wärts und warfen ſich mit Wuth auf die Leitern, bei dem Erſteigen derſelben einander ſo dicht folgend, daß der Körper des Erſten allen Uebrigen als Bruſtwehr diente. Bei heftigem Lärm und wüthendem Kriegsge⸗ heul ſah man die verwundeten oder erſchlagenen Ge⸗ ſellen von den Leitern herabfallen und die Mauer ent⸗ lang verſtümmelt oder todt auf den Boden ſtürzen. Bereits hatten Einige den Oberwall der Feſtung er⸗ reicht; doch waren ſie eben ſo raſch von dem Feinde wie⸗ der hinabgeſchleudert worden. Wie blutig und mörde⸗ riſch die Beſtürmung auch ſein mochte, dennoch deutete Alles darauf hin, daß die Genter binnen Kurzem in ziemlicher Anzahl die Mauer erſtiegen haben würden, um den Feind dort hinreichend zu beſchäftigen, ſo daß das ganze Heer ungehindert ihnen nachfolgen und die Feſtung erklettern könnte.

In dieſem Augenblicke öffnete ſich das Thor von Biervliet und die Zugbrücke wurde niedergelaſſen. Ein kleiner Haufen Reiterei ſprengte in das offene Feld und rückte gegen das Corps an, welches Geeraert Denys be⸗ fehligte. Der Oberdechant zog ihm mit ſeinen Mannen

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