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Jakob von Artevelde.
V.
Sechs Stunden Weges von Gent, im zeeländiſchen Flandern, lag das Städtchen Biervliet, welches die Ebene ringsherum mit ſeinen feſten Wallthürmen und hohen Mauern beherrſchte. Obwohl von geringem Um⸗ fange, war es jedoch ſehr ſtark, und man rühmte es als eine faſt unbezwingliche Feſte. Dieſen Platz hatte der König von Frankreich auf den Rath des Grafen er⸗ wählt, um von hier aus die Genter zu beläſtigen, und ſie zu zwingen, einen Theil ihrer Macht nach dieſer Seite zu wenden, während er längs der hennegauiſchen Grenze mit dem großen franzöſiſchen Heere in Flandern ein⸗ fallen würde.
Anfangs war Biervliet der Zufluchtsort geweſen für alle Verbannten, Leliaerds und franzöſiſchen Landläufer, welche unter dem geheimen Schutze Frankreichs ſich dort verſammelten und dem Anſcheine nach als unabhängige Parteigänger handelten.
Man konnte alſo nicht ſagen, daß Philipp von Va⸗ lois oder der Graf die Vläminger angreife, und die Gen⸗ ter, durch dieſe Liſt gehindert, konnten in dem Entſtehen dieſer feindlichen Macht keinen Grund zum rechtmäßigen Kriege finden, ſo lange dieſelbe das Grundgebiet ihrer Stadt nicht anfiel. 3
Während der letzten Tage waren plötzlich fünfhun⸗ dert Reiter in Biervliet eingezogen, offenbar um mit den


