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Jakob von Artevelde. 35
Da brachen aber die übrigen Geſellen mit Jakob von Artevelde und Ghelnoot von Lens aus ihren Hinter⸗ halten hervor, griffen den Feind auf beiden Seiten an, und warfen in wenigen Augenblicken Alles zu Boden, was ſie erreichen konnten.
Als die hinterſten Reiter das ſahen, riefen ſie: „Verrath! Verrath!“ und flohen, ſo ſchnell ſie nur konnten, vom Schlachtfelde auf der Straße nach Bier⸗ vliet fort. Sie ließen ungefähr zweihundert ihrer Ge⸗ noſſen zurück, von wohl tauſend Vlämingern umzingelt, welche kurzes Spiel mit ihnen machten und ſie haufen⸗ weiſe zu Boden ſtreckten.
Die Reiter wehrten ſich wüthend, bis ihre Zahl faſt gänzlich geſchmolzen war, und ſie ſich zwiſchen den Pfer⸗ den und Leichen nicht mehr vertheidigen konnten. Nun kehrten ſie ihre Schwerter um, den Griff in die Höhe gehoben, und baten um Gnade.
Der Kampf hörte auf; man entwaffnete die Reiter, und ſtellte ſie, nebſt den noch übrigen Pferden, unter die Obhut einer ſtarken Wache.
Nach kurzer Raſt, und nachdem die Stadt⸗Wund⸗ ärzte, Meiſter Spelligerde und Arnold von Leene, mit ihren Gehülfen, die Verwundeten verbunden hatten, ließ Artevelde zum Abzug blaſen.
Sobald das Heer ſich wieder in Gliedern auf der Straße geordnet hatte, rief Artevelde ſeinen Leuten zu:
„Genoſſen! was wir ſo eben gethan haben, ver⸗ lohnt ſich nicht der Mühe, um davon zu reden; jetzt aber haben wir freie Hand; man hat uns zuerſt angegriffen, 3*


