Teil eines Werkes 
1 (1849)
Entstehung
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Der Freitagsmarkt in Gent iſt einer derjenigen Plätze, deren Anblick allein den Dichter in vergangene Zeiten des Ruhms und der Volksgröße zurückverſetzt. Dieſe Ebene liegt da wie ein unermeßliches Blatt, auf welchem die ganze Geſchichte der vlämiſchen Gemeinen geſchrieben ſteht. Auf dieſer Bühne von Flanderns Glück und Un⸗ glück, von Flanderns Macht und Erniedrigung hat der Grund hundert Mal gebebt unter den Tritten der wühlenden Menge; ſein Boden hat das Blut unſerer Väter in wüthenden Bürgerkriegen getrunken, die Luft hallte dort wieder von jauchzenden Siegesrufen, von raſendem Rachegeſchrei, von Liebesgeſängen für den Fürſten, Verfluchungen der Tyrannen und glühenden Wünſchen für Vaterland und Freiheit.

Was auch immer das Gemüth der trotzigen Genter bewegen mochte ſei es Freude, Leid oder Zorn das Volk ſtrömte ſtets aus allen Straßen nach dem Frei⸗

tagsmarkt, als nach dem Platze, der Jedem zugehörte,

und wo ſelbſt der Bettler, wenn er Bürger von Gent war, ſagen konnte: dies iſt mein Eigenthum. Jakob von Artevelde. 1