Teil eines Werkes 
1 (1849)
Entstehung
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Hendrik Conſcience.

ſich im Laufe der nächſten Jahre als ein zartes, kränk⸗ liches, ſinniges, zum Nachdenken geneigtes, mitunter auch wohl etwas mürriſches Kind ſtill entwickelte und in der Taufe den Namen Hendrik(Heinrich) erhal⸗ ten hatte. Leider ſtarb die Mutter ſchon, als derſelbe eben ſein ſiebentes Jahr erreicht. Ein mutterloſes Kind fühlt ſich nur zu leicht auf ſich ſelbſt verwieſen, dies mochte wohl mit dem kleinen Hendrik der Fall ſein; ein neuer Erwerbszweig jedoch, dem ſich der Va⸗ ter zwei Jahre ſpäter hingab, fing indeſſen an ihn dermaßen zu beſchäftigen, daß ſeine jugendliche Seele bald die Kinderſpiele, wie die Kinderleiden darüber vergaß. Statt mit Schiffstrümmern ferner zu han⸗ deln, war der ehemalige Marine⸗Aſpirant nämlich auf den Gedanken gekommen, Trümmer geiſtigen Lebens im Handel umzuſetzen, und hatte ſeine Magazine mit altem Papiere und namentlich mit alten Büchern, die er gleichfalls als Maculatur erſtand, bis in die oberſten Räume hinauf gefüllt. Dem Knaben bot ſich nun eine überaus reiche Gelegenheit dar, ſeinen Hang zum Leſen zu befriedigen; Berge von Büchern lagen vor ihm aufgehäuft da. Er verſäumte Nichts, ſondern las unaufhörlich; jedes Buch, deſſen Aeußeres oder deſſen Titel ihn reizte, wurde nicht eher wieder hingeworfen, als bis es gleichſam ein alter Bekannter war. Mit derſelben unermüdlichen Begierde wurde

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