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Boote ſtand.„Man gibt uns zu verſtehen, daß keine Zeit mehr zu verlieren iſt.“
Als die Wittwe vom Ufer der Schelde aus nach dem gebrechlichen Fahrzeug ſchaute, das ihr binnen wenigen Minuten, vielleicht auf immer, ihren gelieb⸗ ten Sohn entführen ſollte, ſtrömten die Thränen über ihre Wangen, und ſeufzend ſchloß ſie ihn in die Arme. Dieſe zärtliche Umhalſung rührte Victor tief, und er ſuchte ſeine bedrückte Mutter durch ſüße Worte und das Verſprechen höheren Wohlſtandes und Glückes für ihre alten Tage zu tröſten und zu⸗ frieden zu ſtellen.
Er wäre vielleicht noch lang, taub für den Ruf ſeines Freundes, am Herzen ſeiner Mutter liegen geblieben; aber der alte Kapitän, Lucia's Oheim, zog ihn mit ſcherzhaften Worten aus ihren Armen. Jan ſeinerſeits rief ihm dringender zu, das Boot könne nicht länger warten.
Victor faßte beide Hände der jungen Lucia mit den ſeinigen und ſuchte mit einem langen Blick bis auf den Grund ihres Herzens zu dringen: aus ſei⸗ nen Augen war die Frage zu leſen:„Wirſt Du auf mich warten? Wirſt Du mich nicht vergeſſen?“ Frage und Antwort mußten für beide ſehr ergrei⸗ fender Art ſein, denn über die Wangen des Mäd⸗ chens ergoß ſich eine Thränenfluth, und das Ange⸗ ſicht des Jünglings verklärte ſich zur höchſten Freude.
Der Seemann faßte Victor am Arm und zog ihn unwiderſtehlich nach dem Boote. Noch einmal umarmte der erſchütterte Jüngling ſeine Mutter und flüſterte ihr die zärtlichſten Liebesworte ins Ohr. „So gehe denn, mein Sohn, da Gott es zuge⸗


