und mein Jahreslohn reichen kaum zum Unterhalt von uns beiden. Die Zeit iſt noch nicht gekommen, daß die Frucht meiner Arbeit Etwas dazu beitragen kann, ihre alten Tage gemächlicher zu geſtalten und ſie ſo für ihre Liebe und Aufopferung zu belohnen. Ich ſollte mich vor einer Reiſe nach Kalifornien fürch⸗ ten? Wer iſt derjenige, welcher feuriger als ich nach dieſem gelobten Lande ſich ſehnt? Iſt dort nicht das Glück meiner Mutter und mein eigenes Lebens⸗ glück zu finden? Und habe ich keine Gründe, um jede Gefahr wenn wirklich eine ſolche vorhanden iſt, zu verachten? Ach könnte ich mich Dir anſchließen, wie würde ich Gott für ſeine Güte danken, ſelbſt mitten unter Kampf und Leiden!“
„Aber verſuche es noch mit einer kräftigen An⸗ ſtrengung, Victor. Bedenke, daß Du im entgegen⸗ geſezten Fall Dich ſelbſt dazu verurtheilſt, vor dieſem ewigen Schreibtiſch zu verſchmachten; daß Dein junges Leben träg, trübe und einförmig wie ein altes Uhrwerk abläuft. Freiheit, Luft, Raum, das iſt das Glück des Mannes; die Welt ſehen, jeden Tag neue Wunder ſchauen, ſich von jedem Puls⸗ ſchlag der Adern bewegt fühlen, das iſt Leben!... Und dann nach zwei Jahren Unabhängigkeit und Genuß in das Vaterland zurückkehren, beladen mit Gold und Schätzen, um alle diejenigen reich zu machen, die wir lieben!
„Ja, ja,“ rief Victor wie außer ſich ſelbſt;„ich will es ihr noch einmal vorſtellen; und muß es ſein, will ich mir ihre Zuſtimmung auf den Knieen er⸗ bitten, ſie beſchwören bei Allem, was ihr das Theuerſte auf Erden iſt..... 4


