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Der Geldteufel : Gemälde aus unserer Zeit / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
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machen. Ich werde mit Ihnen zum Künſtler wer⸗ den, wenigſtens um Alles zu bewundern, was ſchön und gut iſt. Kommen Sie, Conrad, laſſen Sie mich auch Sie in die Arme drücken. Es iſt der glücklichſte Tag meines Lebens!

Er umhalste den gerührten Muſikus; doch eben ſo raſch wandte er ſich zur Thüre und ſprach mit

haſtiger Stimme:

Kommen Sie nun beide mit mir! o wie wird meine arme Laura ſich freuen! Sie erwartet Sie.

Weiß Laura denn, daß Sie hier ſind? Weiß ſie, warum? fragte Berthold.

Sie weiß es, antwortete Kemenaer,aber ſie zittert vor Furcht, Sie möchten ihre Hand ausſchla⸗ gen... Mein Wagen ſteht vor der Thüre: die Pferde werden fliegen...

Unſere Kleider? ſeufzte der Jüngling.

Was machen die Kleider?

Komm, komm alſo! rief Berthold, indem er Conrads Hand ergriff und ſeinen Freund nach der Thüre zog...

Unten ſprangen beide in den Wagen; Kemenaer gab dem Kutſcher Befehl; dieſer ließ die Pferde die Peitſche fühlen; und, als hätten die ungeduldigen Thiere gewußt, daß ſie Glücksboten wären, ſchoßen ſie vorwärts und Funken flogen unter ihren Hufen aus den Steinen...

Bald hatten ſie das Stadtthor erreicht und bogen einige Augenblicke nachher in die Allee ein, die nach Kemenaers Wohnung führte. Als ſie vor dem Thore hielten, dampften die muthigen Thiere von Schweiß,