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Der Geldteufel : Gemälde aus unserer Zeit / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von C. Büchele
Entstehung
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der Häuſer hinaus. Schon lange Zeit hielt er, be⸗ wegungslos wie eine Bildſäule, den Blick nach einem hohen Kirchthurm gerichtet, deſſen vergoldete Uhren⸗ tafel im Morgenlicht ſchimmerte.

Der unglückliche Jüngling folgte mit klopfendem Herzen den Zeigern der Uhrentafel in ihrem trägen Gang. So oft die Glocke den abgelaufenen Theil einer Stunde verkündigte, widerhallten die zitternden Töne ſo peinlich in ſeinem Innern, daß jeder Schlag ihm einen dumpfen Seufzer des Schmerzes und der Verzweiflung entriß...

In dem Maße, als die Zeit vorſchritt, zeugten ſeine Augen von ſteigender Beängſtigung und wurde ſein Geſicht bleicher bis endlich zehn wiederholte Schläge der Thurmuhr ihn ſo ſehr außer Faſſung brachten, daß er auf ſeinen Füßen wankte.

Er entfernte ſich vom Fenſter, ſchlug ſich mit der Hand an die Stirne und rief im Tone der tief⸗ ſten Muthloſigkeit:

Zehn Uhr! Conrad iſt noch nicht zurück. Keine Hoffnung mehr!

Und dann nach einer Pauſe düſterer Träumerei in die Ferne hinausweiſend, als ſähe er Etwas vor ſeinen Augen geſchehen, murmelte er zitternd:

Siehe, da iſt ſie! Die Brautkrone ſchmückt ihr Haupt. Monk reicht ihr den Arm. Der Gottloſe triumphirt; er lacht! Sie ſteigt in die Kutſche; die Pferde zertheilen die Luft, ſie fliegen... Weih⸗ rauchwolken erfüllen die Kirche; ein Loblied erſchallt durch die Gewölbe. Weihrauch und Geſang!... Es gibt ja wohl Weihrauch und Geſang bei einer Leiche. Warum nicht auch bei der Opferung eines

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