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men. Himmel, Himmel, wie ſchön iſt das!... Aus dem Weg, aus dem Weg, da iſt ſie!“
Die neugierigen Weiber wurden plötzlich durch vier Herren von ſonderbarem Ausſehen zurückge⸗ drängt, die rauh und dreiſt waren, als ob ſie allein das Recht hätten, auf dieſem Platze zu gebieten. Die barſchen Männer achteten nicht auf die Klagen und Vorwürfe der Mädchen und traten in das offene Thor gerade in dem Augenblick, da die Braut mit ihrer Geſellſchaft unter der Hausthüre erſchien.
Einer der vier Männer ging direct auf den Bräutigam zu und ſagte ihm etwas ins Ohr. Monk wurde bleicher als der Tod und hielt ſich an dem Arm des Mannes, der ihm wahrſcheinlich eine ſchreckliche Botſchaft gebracht hatte; aber dieſer führte ihn drei oder vier Schritte bei Seite und fuhr fort, ihm einige leiſe Worte zuzuflüſtern.
Kemenaer zitterte vor Ueberraſchung; Laura ſah zum Himmel, als hoffte ſie noch, daß Gott ſie retten werde. Alle Zuſchauer, ſowohl die Mädchen vor dem Thore, als die Genoſſen des Bräutigams war⸗ fen einander fragende Blicke zu.
Monk wandte ſich um und ſagte zu Laura und ihrem Vater mit einer tödtlichen Beſtürzung, die er diesmal nicht verbergen konnte, ſo ſehr er ſich auch Mühe gab:
„Es widerfährt mir etwas Wunderliches, das ich nicht begreifen kann. Ich muß in aller Eile mit dieſen Herren irgend wohin gehen. Seid aber deßhalb unbekümmert: es iſt nichts. Man hat mich ver⸗ leumdet; mit einem Wort werde ich mich rechtfertigen.
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