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kreuzte die Arme über der Bruſt und ſagte in ſcher⸗ zendem Tone:
„Setzen Sie ſich, Berthold.— Nun wahrlich, ſagen Sie mir, ſind Sie närriſch geworden?“
„Ich glaube es zum Mindeſten nicht,“ antwor⸗ tete der Jüngling.„Warum eine ſolche Frage, Herr Kemenaer?“
„Was haben Sie da für Unſinn über einen Wucherer geſchrieben? Sie vergeſſen alſo, wer Sie ſind und zu welcher Klaſſe der Geſellſchaft Sie ge⸗
hören. Sie ſind ſehr reich oder ſollen es werden.“
„Ich begreife Sie nicht.“
„Ihre Verſe ſind die Sprache eines Menſchen, der Hunger leidet, der mit zerriſſenen Schuhen her⸗ umläuft und vom Neide gegen Menſchen verzehrt iſt, die ein beſſeres Loos in der Welt haben, als er. Mit einem Wort, Sie ſprechen in dieſem Stücke wie ein dürftiger Poet, der auf dem Weg zum Armen⸗ haus iſt.“
Bertholds Stirn färbte ſich mit einer leichten Röthe, aber er bezwang ſeine aufſteigende Entrüſtung und antwortete:
„Iſt der Wucher denn kein tadelnswerthes Uebel?.
Wird er nicht durch Geſetz und Religion verurtheilt?“
„Sicher, ſicher, Berthold,“ brummte Kemenaer mit lebhaftem Spott.
„Der Dichter darf nicht allein loben, was gut iſt, er muß ebenſo, gleich einem Sittlichkeitsarzte, das glühende Eiſen an die Wunden legen, welche in der Geſellſchaft krebsartig um ſich greifen...“
„Bah, das ſind Worte! Sie glauben, daß die Erde ſich nicht drehe nach Gewohnheit, weil Dichter
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