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Zehn Jahre ſind verfloſſen. Der Kloſterhof iſt in eine ausgedehnte Meierei umgewandelt. Drei Pferde und zwölf Kühe ſtehen in dem Stalle; Mädchen und Knechte laufen über den Hof; das Geräuſch der Arbeit ertönt freudig von Morgens bis Abends. Die Läden ſind grün bemalt; die Mauern ſind hergeſtellt und getüncht; Alles zeugt von Wohlhabenheit und Glück.
Wenn die Sonne ſcheint, ſitzt dort auf der Bank neben der Thüre ein ſtark alter Mann, deſſen Hände zittern. Eine alte Frau ſtrickt neben ihm; der Greis ſpielt mit zwei kleinen Kindern, einem Knaben und einem Mädchen, und ſpricht mit ihnen von der Sparſamkeit, der Quelle alles Reichthums. Es ſind die Kinder ſeiner Nichte Cäcilie, Bart iſt ihr Vater und ſie nennen die alte Frau ihre Großmutter Ann.
Der alte Mann hat Bart viel Geld geliehen..... auf Zinſen, auf kleine Zinſen. Den Zins, der ihm regel⸗ mäßig bezahlt wird, ſpart er für den kleinen Jungen, der auf ſeinen Knieen ſitzt. Er liebt den Jungen ſo ſehr! Er iſt ſein Liebling und heißt gleichfalls Jan. Er iſt ſo glücklich, der gute Ohm, in ſeinen alten Tagen. Er ſchilt zwar immer über das viele Eſſen der Dienſtboten und die leichtſinnigen Ausgaben aller Art; aber Bart und Cäcilie laſſen ihn reden und kehren ſich nicht an das, was er ſagt. So ſind ſie Alle zufrieden.
Kaet, die arme Wittwe, wohnt auf dem Kapellen⸗ hof; ihre Kinder ſind bereits groß und arbeiten fleißig; Bart unterſtützt ſie; ſie wird noch eine wohlhabende Pächterin werden.
Wanna iſt die Frau des Schloßgärtners: ſie lebt unter Blumen und wird von ihrer reichen Herrſchaft ge⸗ liebt. Auch ſie iſt zufrieden und glücklich.
Nur die Bosheit leidet; ſie ſitzt im Gefängniß und muß dort bleiben, bis Gott ſie vor ſeinen Richterſtuhl
ruft. Ende.


