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Plötzlich ſchien ein krampfhafter Schauer über die Glieder des Kranken zu laufen; er ſtreckte ſich und blieb bewegungslos liegen; ſein Athem ſchien auszubleiben.
Cäciliens Bruſt entrang ſich ein Schrei, ſo herz⸗ erſchütternd und ſchrecklich, daß Bart und ſeine Mutter aufſprangen und an das Bett eilten.
Cäcilie lag mit dem Kopf an der Bruſt ihres Oheims und ſchluchzte laut, während ihre heißen Thränen ſeinen Hals befeuchteten. Kummer und Schmerz, Liebe und Zärtlichkeit ſprachen aus ihren Worten und bisweilen küßte ſie die kalten Lippen des Mannes, deſſen Tod ſie betrauerte.
Aber bald entflog ihr ein zweiter Schrei, ein Schrei der Ueberraſchung und Freude. Jan⸗Ohm bewegte die Lippen und öffnete und ſchloß den Mund, als ob ſein Körper mechaniſch Nahrung verlangte.
Das Mädchen ſprang auf und flößte ihm mit fieber⸗ haften Bewegungen zwei bis drei Löffel Fleiſchbrübe ein; ſie hätte ihm in ihrer Freude wahrſcheinlich die ganze Taſſe gegeben, wenn ſie die Furcht, die Verordnung des Arztes zu verfehlen, nicht zurückgehalten.
Deßhalb legte ſie den Löffel nieder, und beobachtete das Antlitz des Greiſes, um zu wiſſen, welche Wirkung die nene Nahrung auf ihn hätte.
Da öffnete der Kranke plötzlich die Augen und blickte bun unbewußt in das ſanfte Antlitz, das ihm entgegen⸗ achte.
„Ohm, Vater; Ihr lebt! Dank Dir, o guter Gott!“ rief Cäcilie mit ſanfter Stimme.
Der Kranke ſchloß die Augen wieder und blieb einen Augenblick ganz bewegungslos. Dann erhob er auf's Neue den Blick zu dem Mädchen, ſah ihr lange in die Augen, und ſchien ſich zu fragen, wer ſie ſei. Sein Arm bewegte ſich unbemerkt; er bog ihn langſam um den Hals des Mädchens, zog ſie näher an ſich und küßte ſie, während ſeine Stimme faſt unhörbar ſprach:
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