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Der Geizhals / von Hendrik Conscience. Aus d. Fläm. von O. L. B. Wolff
Entstehung
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Einen Augenblick ſtarrte er mit unverwandtem Blicke auf die Goldhaufen: es malte ſich auf ſeinem Geſichte ein Ausdruck, als ſähe er den Himmel und ſeine Selig⸗ keiten vor ſich aufgehen; ſeine genußgierige Wolluſt glich beinahe dem Wahnſinne.

Gelde, in dieſem funkelnden Metalle! Ich muß betaſten, fühlen, beſitzen....!

Und ganz außer ſich begann er in dem Golde zu wühlen, während er vor Freude jauchzte: er zählte und zählte das Geld ohne Ziel und Zweck.

Nachdem er ſich eine Zeitlang in voller Selbſtver⸗ geſſenheit an dieſem Spiele ergötzt hatte, wurde das Licht immer ſchwächer. Er blickte raſch und ängſtlich im Keller umher, ſtand auf und ſagte, indem er ſich die Stirne rieb:

Was thue ich? Bin ich wahnſinnig? Ich muß das Geld raſch an einen andern Ort bringen, daß es nie⸗ mand finden kann, als ich allein.... Raſch, das Licht verlöſcht und das Oel iſt verzehrt...

Indeſſen füllte er die zwei größten Beutel mit Gold, nahm unter jeden Arm einen und betrat ſo, ſchwer be⸗ laden, die Treppe. Vor der Kellerthüre ſetzte er Alles nieder und ſteckte den Schlüſſel in das Schloß.... Aber wie ſehr er ſich auch auſtrengte, die Thüre bewegte ſich nicht; ſie ſchien feſtgemauert, ſo unbeweglich blieb ſie, obwohl der eiſerne Zahn vor⸗ und zurückſchnappte.