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Der Geizhals / von Hendrik Conscience. Aus d. Fläm. von O. L. B. Wolff
Entstehung
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weiß, wie lange das Lämpchen noch brennen kann! Ich ſpotte, wie ein Thor: ich verkaufe das Fell des Fuchſes, ehe er gefangen iſt..... Dieſen Morgen hat mir Klaes, der Pächter, geſagt, daß der Bürgermeiſter und der Paſtor im Kirchenrath nach dem Zuſtand von Jan⸗Ohm gefragt..... Und das dumme Weib, das überall ſchwatzt und die Leute gegen mich aufhetzt! Sie allein iſt an dem Haſſe der Bauern gegen mich ſchuldig. Dieſen Morgen war ich keine zwanzig Schritte von dem Hauſe entfernt, um etwas Cichorie zu ſtecken, als ſie mir hinter dem Gehölze zuſah. Ich weiß nicht, aber ich glaube, die Bettlerin wird noch Unheil über mich bringen.. Wenn der Bürgermeiſter und der Paſtor mal herkämen und Jan⸗Ohm ſähen! Ich beſitze ein Teſtament als alleiniger Erbe, das iſt Jedermann bekannt; aber wer weiß, was ſie Jan⸗Ohm ſagen würden? Der Paſtor namentlich würd' ihm wohl was Anderes in den Kopf predigen...“

Dieſer Gedanke machte ihn zittern. Er blieb einen Au⸗ genblick ſtille, die Hand am Kopfe, ſitzen und fuhr dann fort:

„Es koſte, was es wolle, Niemand darf ihm nahen! Er hat bereits ſo ſonderbare Gedanken über das, was er gethan, und ſpricht beſtändig von Cäcilie. Es würde nicht viel dazu gehören, den alten Thoren umzuſtimmen. — Was thun? Die Leute zum Schweigen bringen;— aber wie? Daß ich hier ſo mutterſeelenallein mit Jan⸗ Ohm bin, macht ſie mißtrauiſch. Wäre Cäcilie noch hier, ſo würde man ſich nicht ſo ſehr um das Schickſal des Geizhalſes bekümmern: aber ſo dumm bin ich nicht, daß ich die Ratze in den Kaſten ſperrte, um das Fleiſch zu hüten! Und doch wäre es das einzige Mittel, den Paſtor, den Bürgermeiſter und die anderen Naſeweiſe zu beruhi⸗ gen: Jemand in's Haus zu nehmen, unter dem Vor⸗ wande eines Ausläufers, den wir brauchten, der aber

Jan⸗Ohm nie zu ſehen bekäme. Von zwei Gefahren muß

man die kleinſte wählen! Aber wie? Wen ſoll ich in's Haus nehmen?“