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Der Geizhals / von Hendrik Conscience. Aus d. Fläm. von O. L. B. Wolff
Entstehung
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„O Thys, lieber Thys, bringt ihm doch den Gedan⸗ ken aus dem Kopf!“

„Laßt uns mal mit kaltem Blute über die Sach ſprechen, Cäcilie. Vielleicht finden wir ein Mittel, all Theile zufrieden zu ſtellen.“

„Ach ja!“ ſeufzte das Mädchen,„helft mir, Thys ich werde Euch mein ganzes Leben dankbar ſein.“

„Seht, Cäcilie, ehe Ihr Euch betrübt, oder unſern Ohm der Unbeſonnenheit beſchuldigt, müßt Ihr wiſſen welche Gründe ihn zu dieſem Entſchluſſe brachten. Viel⸗ leicht wird dann noch ein Gefühl der Dankbarkeit in Euch erwachen. Unſer Ohm glaubt, daß er nicht meht lange leben werde: und ich glaube, daß er ſich darin nicht täuſcht. Seine größte Pein iſt die Furcht, daß er das Leben verlaſſen müſſe, ohne Euer Schickſal geſicher zu ſehen. Eure Verheirathung allein könnte ihn darüber beruhigen.“

„Aber, Thys, ich will nicht heirathen, ich bin noch viel zu jung!“ ſagte das geängſtigte Mädchen.

„Ich meinte das auch: deßhalb habe ich mich an⸗ fangs geweigert,“ antwortete Thys.

„Himmel!“ rief Cäcilie erſchrocken,„habt Ihr denn Euren erſten Gedanken geändert?“

„Ich weiß es ſelbſt nicht,“ fuhr er fort,„ſeit jenem Augenblick iſt ein Gefühl von Pflicht in mir erwacht, und ich bin mit mir im Zweifel, was Edelmuth und ge⸗ ſunde Gründe von mir fordern. Erwägt vor allem, Cä⸗ cilie, daß Euer Ohm ſich ſchon ſeit Monaten mit dieſen Gedanken trägt; daß er in ſeinem Geiſte Wurzel ge⸗ ſchlagen. Ihr kennt ihn: wenn er ſeinen Willen nicht aus⸗ führen kann, wird es ihn auf das Krankenlager werfen, — am Ende ſtirbt er gar. Und Ihr könnt doch die Schuld an ſeinem Tod nicht tragen wollen, Cäcilie?“

„Ach Gott! Ach Gott!“ rief das Mädchen, die Augen zum Himmel erhoben.

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