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Der Geizhals / von Hendrik Conscience. Aus d. Fläm. von O. L. B. Wolff
Entstehung
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Speiſe genährt, Hunger und Kälte gelitten und gauz Tage hier wie in einem Grabe vertrauert. Ja, ja Cäcilie, mein Herz blutete, wenn ich einen Armen ſal und doch jagte ich ihn zur Thüre hinaus;— ich ſehnt mich nach dem Umgang mit Freunden und verbracht meine ſchönſten Jahre in dieſer Abgeſchiedenheit:— ich liebte Euch, wie das reine Bild einfacher Iugend, meim Seele dürſtete nach Eurer ſchweſterlichen Zuneigung, und dennoch ſprach ich Euch bisweilen hart und barſch an. Warum das Alles? Ach, Ihr begreift es wohl, Cäcilie! Geſchah es nicht einzig und allein, um Jan⸗Ohm zu gefallen und ihn in ſeinem ſchmerzvollen Alter zu tröſten?“

Das Mädchen ſchien von den eindringlichen Worten Thys' beſtochen. Sie ſah ihn mit ſprachloſer Verwunde⸗ rung an.

„O, ich habe ſo viel gelitten!“ rief er mit tiefem Schmerze.„Ewig heucheln, nie ſein eigen Selbſt zeigen, verachtet und verflucht werden um dieſes Opfers willen und alles in der Stille verſchmerzen müſſen. Es iſt, als ob man kein Herz und keine Seele hätte!“

Er bedeckte ſeine Augen mit den Händen— beob⸗ achtete aber durch die Finger das Geſicht des gerührten Mädchens.

„Armer Thys,“ ſeufzte Cäcilie,„warum ſagtet Ihr das nicht früher? Dann wäre ich nicht ſo ungerecht ge⸗ gen Euch geweſen.:

„Und nun, nun Ihr es wißt?“ fragte Thys, indem er ſein Antlitz entblößte, und ſie bittend anſah,„werdet Ihr mich noch immer haſſen?“

„Ich habe Euch nie gehaßt, Thys,“ antwortete Cä⸗ cilie,„weßhalb ſollte ich mich ſonſt Eurer Freundlichkeit freuen? Ich muß hier mit Euch wohnen, als ob Ihr mein Bruder wärt. So will ich Euch auch gerne ſehen, und lieben wie meinen Bruder.“

2„Ihr werdet Euch auch nicht mehr vor mir fürch⸗ ten?“

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