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Der Geizhals / von Hendrik Conscience. Aus d. Fläm. von O. L. B. Wolff
Entstehung
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unter den Brauen.... Er ſchien vergnügt, wie Jemand, der ſich eines errungenen Sieges freut.

Auf den Spitzen ſeiner Zehen näherte er ſich einem Schrank, nahm ein Brot heraus, das zum mindeſten halbweiß ſchien, ſchnitt ein großes Stück Butter ab und ſtrich ſie einen halben Finger dick darauf. Mit ſtrahlendem Blicke ſetzte er die Zähne ein und verſchlang das Brot mit unbegreiflicher Gier. Er ſchloß den Schrank, ſtellte Alles wieder auf ſeinen Platz und ſetzte ſich unter den Schornſtein, wo er noch ein Torfſtück auf das Feuer legte, und mit dem eiſernen Rohr zu blaſen begann, daß eine rothe Flamme aus dem Kamin aufſtieg. Nachdem er ſich die Hände mit dem Ausdruck eines großen Ge⸗ nuſſes einen Augenblick gerieben, wurde er ruhiger und ſprach bei ſich ſelbſt, während ein boshaftes Lächeln ſein Geſicht verzog:

Ach, der einfältige Geizhals! Er würde einen Bindfaden in vier Fäden zerbeißen. Wenn er einen halben Cent ausgeben muß, kehrt er ihn zehnmal um, als ob's ein Stück von ſeiner Seele wäre. Bald wird er gar noch alte Schuhe kochen, weil ſie möglicher Weiſe mal mit Fett geſchmiert worden. Und er iſt ſo arm, ach ſo arm! Als ob ich nicht wüßte, warum er die Thüren ins Nachtſchloß legt, wenn er da oben iſt. Nun wühlt er in den Zehnguldenſtücken, der Geizhals! Um ſo mehr bleibt aber zurück; und ich will ſchon machen, daß ich mein Theil davon kriege....

Nach einer kurzen Pauſe fuhr er ſinnend fort:

s iſt doch ſeltſam, daß der alte Geldteufel darum beſorgt iſt, was man nach ſeinem Tode mit dem Gelde thun wird. Er iſt im Stande wiederzukommen und des Nachts zu ſpucken. Unter allen Dummheiten der Welt iſt doch der Geiz die dümmſte Dummheit. Das Geld lieben, nur weil es glänzt! ebenſogut könnte man in einen Haufen Porzellainſcherben verliebt ſein. Nein, iſt das Geld der Gott der Welt, ſo thut ſein Glanz nichts