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3Bei der tiefen Stille, die hier herrſchte, würde man das Haus für unbewohnt gehalten haben, hätte man nicht auf dem Schnee einen gebahnten Weg bemerkt, der von der Thüre der Wohnung nach dem Dorfe führte und ſich etwas weiter in dem breiten Wege verlor. Bei noch größerer Aufmerkſamkeit konnte man ſelbſt in dem Schnee zwiſchen größeren Männertritten die Spuren eines zarten Frauenfußes erkennen......
Innerhalb dieſes Hauſes, unter einem breiten Kaminmantel, ſaßen zwei Perſonen, ſtumm und ſprachlos, mit den Füßen an der Glut und den Kopf zwiſchen den Schultern eingezogen, als ob ihnen die Kälte alles Gefühl geraubt.
Der Eine war ein alter Maun mit grauen Haaren, eingeſunkenen Augen und bleichen ausgehöhlten Wangen; ſein Rücken war gekrümmt und ſeine Hände zitterten vor Schwäche, wenn er ſie bewegte.
Der Andere war ein Mann von ungefähr vierzig Jahren und noch in der Fülle ſeiner Kraft. In der Unregelmäßigkeit ſeiner Geſichtszüge lag etwas Fremdes und Unerforſchliches, was Mißtrauen und Widerwillen einflößte. Seine kleinen, grauen Angen lagen tief unter einer hohen Stirne und ſchwarzen Brauen eingeſunken und glänzten in ihren Höhlen wie Leuchtwürmer in der Dunkelheit; ſeine Naſe, nach unten breit, bewegte ſich bei jedem Athemzuge; ſein Mund war groß und bis zur Hälfte der Wangen geſpalten, während um ſeine dicken Lippen ein Lächeln ſpielte, das Gefräßigkeit und ähnliche unedlen Begierden verrieth.
Das Geſicht dieſes Mannes deutete in ſeinem oberen Theile auf Bosheit und Argliſt,— vielleicht gar auf Verſtand,— in ſeinem unteren Theile auf dumme Be⸗ gier. Aus dieſer Miſchung von Zügen entſtand ein


