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luden den Herrn mit den tiefſten Ehrfurchtsbezeigungen, während ſie das Pferd ausſpannen halfen. Ohne Zweifel mußte der Fremde in dieſem unſcheinbaren Wirthshauſe ein gewohnter Gaſt ſein, denn Jeder der Anweſenden nannte ihn beim Namen.
„»Schön' Wetter, nicht wahr, Herr von Vlierbeke? Aber es wird heiß werden.— Wenn es mehr regnen wollte, das würde drüben dem hohen Heideland auch keinen Scha⸗ den thun, nicht wahr, Herr von Vlierbeke?— Sollen wir dem Pferd von unſerm Hafer geben?— Aha, der Knecht hat ſelbſt welchen mitgebracht!— Steht vielleicht etwas zu Ihrem Befehl, Herr von Vlierbeke?“
Während die Wirthin ihn in großer Schnelligkeit mit dieſen und andern Fragen beſtürmte, ſtieg Herr von Vlier⸗ beke aus dem Wagen; er ſprach einige Worte zu der er⸗ ſteren, freute ſich, ſie wohl zu ſehen, fragte nach jedem ihrer Kinder und verkündete ihr endlich, daß er augenblicklich nach der Stadt gehen müſſe. Alsdann drückte er ihr freundlich, aber mit jener protegirenden Gewogenheit, die der Verſchie⸗ denheit des Ranges keinen Eintrag thut, die Hand, gab ſei⸗ nem Knecht einige Befehle, und begab ſich freundlich gruͤßend zu Fuß nach der Brücke, um in die Stadt zu gehen.
Auf einem einſamen Platz der Außenfeſtung blieb Herr von Vlierbeke einen Augenblick ſtehen, ſchlug ſich den Staub von ſeinen Kleidern, glättete den Hut mit ſeinem Taſchentuch und paſſirte dann das rothe Thor.
Jetzt, da er ſich in der Stadt befand, wo ihm aller⸗ lei Menſchen vorbeigingen und er jeden Augenblick ſich be⸗ obachtet glauben konnte, erhob er ſtolz das Haupt und affec⸗ tirte im Antlitz jenen Zug von Selbſtzufriedenheit, der An⸗ dere glauben macht, daß man glücklich ſei.— Und dennoch, trotz dieſer Behaglichkeit, die auf ſeinem Geſicht lächelte,
wü doch der Abe


