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Der arme Edelmann / von Hendrik Conscience. Aus dem Vläm. von Dr. Hans Wachenhusen
Entstehung
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hing. Gewiß hatten dieſe Kleidungsſtücke als Eigenthum des Herrn ſchon einem vorigen Kutſcher gehört und ſollten auch noch eine Reihe von Jahren von Hand zu Hand ſpä⸗ teren Bedienten überliefert werden.

Die einzige Perſon, die ſich im Fond des Wagens be⸗ fand, war ein Mann von etwa fünfzig Jahren. Niemand hätte auf die Vermuthung gerathen können, daß er der Herr dieſes Knechts und der Eigenthümer dieſes alten verbrauchten Wagens ſei, denn ſein ganzes Weſen flößte Achtung, wenn nicht Ehrerbietung ein.

Das Haupt gebeugt und in iefes Nachdenken verſun⸗ ken, ſaß er regungslos da, bis er den Lärm eines andern Wagens vernahm; dann aber erhob er das Antlitz, ſein Blick wurde ſanfter und nahm den Ausdruck der Zufrieden⸗ heit an auf ſeinem ganzen Antlitz ſtand ein gewiſſer ruhi⸗ ger Stolz. Kaum aber hatte er mit den ihm Begegnenden einen gemeſſenen Gruß gewechſelt, als ein ſtiller Kummer wieder ſeine Züge bedeckte, während gleichzeitig ſein Haupt langſam auf die Bruſt ſank.

Dieſer Anblick ſchon genügt, ſich unwillkürlich durch eine heimliche Sympathie für dieſen Mann zu intereſſiren. In der That iſt ſein Geſicht, obgleich ſchon von zahlreichen Runzeln des Kummers bedeckt, ſo regelmäͤßig und ſo edel, ſein Blick ſo ſanft und tief, ſeine hochgewölbte Stirn ſo rein, daß dieſer Mann ohne Zweifel mit allen Schätzen des Verſtandes und des Gefühls begabt ſein muß.

Wahrſcheinlich hatte er ſchon viel gelitten, und wenn auch ſein Antlitz dieß nicht ſo ganz beſtimmt ausdrückte, ſo ſah man es doch an dem ſilberweißen Haar, das ſo früh ſchon ſeinen Schädel bedeckte, wohingegen ſeine ſchwarzen Augen unter dem Drange der in ſeinem Hirn jagenden Ge⸗ danken zuweilen in einem fremdartigen Glanze leuchteten.

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ſcha