Gegen Ende des Monats Juli 1842 fuhr eine offene Equipage über einen der Dämme, welche von der holländi⸗ ſchen Gränze nach Antwerpen führen.
Der Wagen verrieth, obgleich er mit ſichtlicher Mühe geputzt war, offenbar eine gewiſſe Armuth, ſein loſer Zuſam⸗ menhang in den Fugen einen langen Gebrauch; er wackelte in ſeinen Riemen hin und her und klapperte in ſeinen ausge⸗ fahrenen Achsbüchſen. Das lederne Halbdeck, welches ſich über ihm erhob, glänzté in der Sonne durch das Oel, mit welchem es beſtrichen war, doch verbarg dieſer Glanz wenig⸗ ſtens die vielen Riſſe und Löcher des Leders. Zwar waren die Griffe an den Thüren und die übrigen Metallbeſchläge ſorgfältig geputzt, doch zeugten die Ueberbleibſel der Ver⸗ ſilberung an denſelben, die hier und da noch ſichtbar waren, von einem ehemaligen Reichthum, der jetzt entweder größ⸗ tentheils oder auch ganz und gar verſchwunden ſein mußte.
Das Pferd, welches den Wagen zog, war ſtark gebaut und kräftig, und einem Kenner würde es beim erſten Blick aufgefallen ſein, daß es ſchwerere Arbeiten, den Frachtwagen oder den Pflug zu ziehen gewohnt war.
Aufdem vordern Theil des Wagens ſaß ein Bauernjunge von ſiebzehn oder zwanzig Jahren in Livree, mit einem goldenen Bande am Hut und blanken Knöpfen am Rock; aber der Hut fiel ihm uͤber die Ohren und der Rock war ihm ſo weit, daß er dem Jungen wie ein Sack am Leibe
Der arme Edelmann. 1


