Teil eines Werkes 
2. Th. (1870)
Entstehung
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Teheran unterblieben, und ſie war abgereiſt, mit Edmond das kas⸗ piſche Meer überſchiffend und ſo nach dem Kaukaſus gelangend,

wo ſie der Zufall mit einem Tſcherkeſſenfürſten bekannt werden ließ, in deſſen Aul ſie denn einige Wochen zubrachte und Zeugin einiger Kämpfe mit den Ruſſen war.

Das herrliche Tiflis ward denn Aufenthaltsort der Franzöſin und hier lernte ſie den ſprachgewandten Girard kennen, der es unter⸗

nahm, ſie nach Moskau zu begleiten und ihr daſelbſt als Dolmetſcher

zu dienen, bis ſie in der alten Hauptſtadt des ruſſiſchen Reiches angekommen, wo Girard förmlich ihrem Gefolge ſich anſchloß, Eugenie als Herrin anerkennend und von ihr Beſoldung em⸗

„Monte⸗Chriſto kommt!“

Dieſe Nachricht vertrieb Eugenie aus Moskau und ſie gedachte nach Ungarn zu gehen, wenn nicht Edmond vorher ihrem Vor⸗ ſchlage folgend, ihr ſeine Hand gereicht haben würde.

„Was ſinnſt Du ſo trübe?“ fragte Edmond.

„Böſe Ahnungen bemächtigen ſich meiner,“ antwortete Eugenie.

„Wie ſo?“ fragte Edmond wieder.

„Ich fürchte, wir reiſen zuletzt— vergeblich!“ entgegnete Eugenie halblaut..

Edmond erſchrak.

„Vergeblich?“ fragte er dann.

„Mir iſt es ſo,“ ſagte Eugenie, und dann zu Edmond'’s Ohr

ſich neigend fuhr ſie fort:„Es iſt, als ob ein böſer Geiſt über un⸗

ſerem Geſchicke walte, der, weil Du unſere Verbindung von dem Finden Deines Vaters abhängig machen willſt, uns dieſes Glück ſtets vorzuenthalten ſtrebt.“

Edmond ſchaute Eugenie ſtutzend an.

Eugenie aber winkte ihm zu, erhob ſich und trat mit ihm ab⸗ ſeits an ein Fenſter, ſo daß die am Tiſche in der Nähe des Ofens Sitzenden— Girard und die Zofe— von dem, was ſie ſagte, nichts hören konnten.

Vor dem Fenſter brauſte der Wind immer heftiger und trieb den Schnee gegen die kleinen Scheiben.

„Wilde Nacht!“ ſprach Eugenie, und fuhr dann gedämpften

Tones fort:„iſt es doch, als wolle uns dieſe empörte Natur mit