Sechszehntes Kapitel. Wunderbare Rettung.
Benedetto, der racheglühende Dämon, hatte dem alten Ban⸗ ditenchef Franzesko Fano das dem Grafen Monte Chriſto geraubte Kind übergeben, unter der Bedingung, daß derſelbe den Knaben als ſeines Sohnes Sohn und als Räuber und Mörder erziehe, Bandit ſollte der Sprößling des Grafen werden, nichts mehr und nichts weniger. Hohe Belohnung war Franzesko für dieſen Dienſt zugeſichert.
Aber ſchnell kam das Strafgericht über den Banditenchef.— Die von Monte Chriſto auf die Spur des geraubten Kindes ge⸗ brachten Gensd'armen umſtellten die Hütte Fano's und obgleich Bene⸗ detto und ſein Begleiter hier dem Arme der ſtrafenden Gerechtigkeit noch entgingen, ſo ereilte er doch die Räuberfamilie Fano.
Fano's Sohn und ſein Weib, im Begriff die Flucht zu ergreifen,
fielen unter den Kugeln und den Streichen der Gensd'armen.
Die Piſtolenkugel eines Gensd'armen, welche Fano's Bruſt ge⸗ golten, hatte das Kind Monte Chriſto's getroffen, das der Bandit auf dem Arme gehalten.
Fano hielt das Kind in ſeinen Armen; er ſah es bluten, hielt es für todt und eine reiche Quelle Geldes ſah er verſiegen, während das Blut von des Kindes Körper rieſelte.
Immer noch das blutige Kind auf dem Arme haltend, flüchtete ſich Fano in die Hütte, ſchnell deren Thüre verſchließend. Knirrſchend vor Wuth über das ihn verfolgende Schickſal warf er das Kind auf ein mit mehreren Kleidungsſtücken bedecktes Lager und machte ſich an die Vertheidigung der Hütte. Er ſah ſein Leben verloren, wollte es aber nicht wohlfeil den Feinden überlaſſen, nicht wohlfeil ſollte der Triumph über ſeine Perſon werden.
16*


