Teil eines Werkes 
1. Th. (1870)
Entstehung
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Junger Freund, wir ſehen uns wieder!

Dann beſtieg er den unterdeſſen herangekommenen Reiſewagen, in welchem die Damen ſchon Platz genommen, und raſch rollte dann der Wagen davon.

Der junge Hirt ſchaute dem Wagen träumend nach; er ſah, wie die Damen ſich noch einmal aus dem Schlage beugten, nach ihm zurückſchauend und ihm grüßend zuwinkend. Dann verſchwand der Wagen dem Geſichte Luigis.

Gar ſeltſam ward es Luigi zu Muthe. Er wußte in der That ſo gut wie nichts von ſeiner Abſtammung, obgleich er immer der Meinung geweſen, er müſſe doch aus derſelben Gegend ſtammen, in welcher er jetzt lebte, denn ſonſt wäre er doch, wie er meinte, gar nicht hier. Früherhin hatte er ſich nie viel um dieſen Gegenſtand bekümmert, er hatte Matteo, in deſſen Hauſe er aufgewachſen, für ſeinen Vater gehalten, bis derſelbe ſpäterhin ihm die Eröffnung gemacht, daß er nicht ſein Vater ſei, er ihn nur aus Mitleid auf⸗ genommen habe. Auch hatte Matteo geſagt, daß er wohl in einem entfernten Lande geboren ſein könnte, und daß er ihn verwundet aus dem Feuer geriſſen.

Näheres war von Matteo nicht zu erfahren geweſen, da derſelbe ſtets behauptet, er ſei außer Stande, weitere Auskunft zu geben.

Matteo hatte indeſſen genug geſagt, um im Herzen Luigis eine gewiſſe Unruhe, eine Sehnſucht zu erwecken, die ihn antrieb, Mittel zu ſuchen, durch deren Hilfe es ihm möglich würde, das Dunkel,

er ſtamme. In der erſten Zeit war dieſer Drang ſehr mächtig in des Jünglings Bruſt geweſen, allein er hätte auch bald ſo viel er⸗ kannt, daß, wenn Matteo ihm nicht Auskunft zu ſagen, oder wenigſtens Fingerzeige zu geben vermöchte, ſo würde er nie über ſolche Angelegenheiten eine Gewißheit erhalten.

Nach Verlauf eines Jahres war Luigi bereits ruhiger gewor⸗ den, aber doch war er gar manches Mal in tiefes Sinnen ver⸗ ſunken und dann tauchten in ihm allerhand bunte Bilder auf, ihm die Pracht und Herrlichkeit der Erde zeigend, auf die er vielleicht auch gerechte Anſprüche hatte. 3

Jetzt, da er auf ſo ſeltſame Weiſe von der fremden Reiſe⸗ geſellſchaft erkannt worden war, ohne daß er noch recht wußte, wo⸗

welches ſich um ihn gelagert, zu zerſtreuen, oder zu erfahren, woher

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