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Sonne, welche ihre Strahlen recht warm und kräftig über die Felſen⸗ parthien ſtreifen ließ.
Plötzlich ſchien ein anderer Anblick, als der der Landſchaft, die Aufmerkſamkeit des jungen Hirten auf ſich zu ziehen.— Ein Reiſe⸗ wagen war, durch ein Gehölz kommend, ſichtbar geworden; derſelbe fuhr langſam den Hügel hinan.
Voraus dem Wagen ſchritt ein Herr mit zwei Damen. Sie mochten aus dem Wagen geſtiegen ſein, um, zu Fuß gehend, die romantiſche Landſchaft beſſer zu genießen.
Der Herr bot eine ſehr ſtattliche, ernſte Erſcheinung von mili⸗ täriſcher Haltung, welche, verbunden mit dem kräftigen Wuchſe des Mannes, der ganzen Erſcheinung etwas Ritterliches gab. Die bei⸗ den Damen befanden ſich berfits in den Jahren der Reife, aber es waren immer noch anziehende Erſcheinungen, und ihre gewählten Toiletten zeigten, daß ſie zu den vornehmen Ständen zählten.
Als die Wanderer auf die Spitze des Hügels kamen und den Hirten ſtehen ſahen, der ſie aufmerkſam betrachtete, blickten ſie etwas überraſcht auf denſelben, als ob ihnen deſſen Erſcheinen unerwartet käme, obgleich ſie durch den Anblick der Schafheerde ſchon hätten darauf vorbereitet ſein ſollen, daß ſie auch den Hirten ſehen würden.
Schnell auf den Jüngling zutretend und ihn kurz grüßend, fragte der Herr:
„He, Burſche, wie weit iſt es noch bis Voltura?“
„Ich denke zwei Miglien!“ entgegnete der Burſche.
„Weißt Du denn dieſes nicht genauer?“ fragte der Herr.
„Wir haben keine Uhren in der Taſche,“ gab der Burſche gleichmüthig zurück,„und wenn wir einmal nach Voltura oder ſonſt wohin gehen, gehen wir eben und rechnen es nicht aus.“
„Gut,“ ſagte nun der Herr,„aber wenn Du auch keine Uhr haſt, ſo wirſt Du mir doch ſagen können, ob der Weg bis dorthin ganz ſicher iſt.“
„Ich denke, ja!“
„Man warnte uns!“
„Vor was?“
„Vor Brigantis!“
Der Burſche verzog den Mund zu einem leichten Lächeln, wo⸗ bei zwei Reihen blendend weißer Zähne zum Vorſcheine kamen.
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