12
8
die betreffende Stelle, ſtieg dann ſchnell vom Pferde und bückte ſich auf den Boden nieder und begann ſeine Unterſuchung der Stelle, die ihn ſehr zu intereſſiren ſchien; er verfolgte die niedergebrochene Stelle in einer Richtung und kehrte dann raſch zu den beiden Rei⸗ ſenden zurück.
„Maſters,“ ſagte er kurz,„wir haben Urſache zur Vorſicht, denn ich finde hier die Spuren von Rothhäuten.“
Dieſes war eine Nachricht, welche einen lebhaften und nicht ganz angenehmen Eindruck auf die Reiſenden hervorbrachte, denn Beide richteten ſich ſofort höher in den Sätteln auf, ließen ihre Augen forſchend nach allen Seiten ſchweifen, und Morcerf rückte ſelbſt an ſeiner Büchſe, um ſie ſchneller ſchußfertig bei der Hand zu haben.
„Indianer?“ fragte Morcerf und ſchaute abermals umher, als meine er, die Genannten könnten jeden Augenblick aus dem Graſe auftauchen, die buntbemalten Geſichter und die mit Federn ge⸗ ſchmückten Häupter zeigend.
„Ich täuſche mich nicht,“ entgegnete der Trapper.„Es ſind Rothhäute hier geweſen, haben einen Büffel hier geſchoſſen und ihn zerlegt. Es kann Dieſes eheſtens dieſen Morgen geweſen ſein, denn geſtern Nachmittag paſſirte ich dieſe Stelle und fand dieſe Spuren noch nicht. Auch das Blut ſagt, daß es nicht ſo ſehr lange hier gehaftet haben kann.“
„Können denn nicht auch andere Jäger, als eben Indianer, den Büffel erlegt und zerſchnitten haben?“ meinte Morcerf.
Der Trapper ſchüttelte den Kopf.
„Wäret Ihr mit der Prairie und dem Urwalde vertrauter,“ ſagte er,„ſo würdet Ihr auch nicht lange im Zweifel ſein.— Hier finde ich im weichen Boden Abdrücke von Mocoſſins, wie ſie nur Indianer tragen.“
Morcerf war gleichfalls abgeſtiegen und ſtellte ſich neben den Trapper, aber er konnte doch Das nicht erkennen, was dieſer erkannte.
„Ich ſehe nichts, als daß hier Vomzimt einige Werſchen ge⸗ ſtanden haben,“ ſagte er.
„Eure Augen ſind noch blöde,“ fage da der Trapper.„Ich
ſehe nicht nur, daß Indianer hier waren, ſondern auch, daß fünf.
bis ſechs an dieſer Stelle verkehrt haben müſſen.“


