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ich hetze ihn von Ort zu Ort durch die ganze Welt, jeden Augen⸗ blick muß er zittern, daß ich vor ſeinen Blicken auftauche und ihn den Racheruf in das Ohr gelle. Noch mehr, in ſeinem Kinde habe ich das Mittel, ihn arm zu machen, bettelarm, und ich reiße auch die Gattin von ſeiner Seite und zwinge ſie, ihm ſelbſt zu ſagen, wie ſie ihn verachtet. Sie darf nie mehr zurückkehren; das Kind iſt mir Pfand dafür. Auch was er noch an Freunden haben ſollte, muß von ihm losgeriſſen werden, und ſelbſt Bertuccio und der ſchwarze Teufel, der Mohr, müſſen fallen.— So ſoll der ſtolze Mann zuletzt einſam daſtehen und der Verzweiflung preisgegeben ſein für alle Zeiten, unter der Höllenqual in ſich ſelbſt ſoll er tauſendfache Tode ſterben und jeder dieſer Tode ſoll qualvoller ſein, als ich ihn erſinnen könnte, wenn ich meine Hand in ſein Blut tauchen wollte.“
Lippi ſchaute den Sprechenden ſchaudernd an.
„Menſch,“ rief er dann,„ich beuge mich vor Deiner teufliſchen Größe!“
Sie ſchritten weiter den Felſenweg hinab und ſahen bald an der anderen Seite des Thales eine an den Felſen geklebte Hütte, die unter dicht belaubten Plantanen halb verborgen lag. In einiger Entfernung davon weidete auf kleinem Wieſengrunde eine Heerde Schafe und Ziegen. Lippi bezeichnete jene Hütte als die gewöhn⸗ liche Wohnung des gefürchteten Franzesko Fano, und bald ſtanden beide Wanderer vor derſelben.
Vor der Hütte ſaß ein junges Weib mit einem Kinde auf dem Schooße, ein kleiner Knabe ſpielte neben ihr im Graſe; ein Mann in ländlicher Tracht, aber mit finſteren und trotzigen Zügen, ſaß daneben und ſchnitzte an einem Stabe. Bei dem Nahen der Frem⸗ den erhob er ſich und blickte ſie forſchend an.
„Guten Tag, Franzesko,“ ſagte Lippi, dem Manne die Hand reichend.
„Ach, Du biſt es, Lippi?“ ſagte Franzesko Fano, in die dar⸗ gebotene Hand einſchlagend.„Haſt Dich lange nicht ſehen laſſen.“
„Aus guten Gründen,“ antwortete Lippi lachend.„Du weißt ja die dumme Geſchichte, wie wir über die Grenze geſprengt wurden und ich ganz beſondere Gründe hatte, mich ſchnell aus dem Staube zu machen. Will man ſich nicht die Augen ausbeißen laſſen, muß


