Teil eines Werkes 
2. Th. (1870)
Entstehung
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Einunddreißigſtes Kapitel. Der Aeberfall. 1

Da ſtürzt aus der finſtern Grotte Des Waldes räuberiſche Rotte. Schiller.

Die Sonne ſank hinter den ſteilen Felſenbergen, die ſich in langen Reihen von Norden nach Süden erſtreckend und nach allen Richtungen Ausläufer ſendend, die Landſchaft bedeckten und ihr einen wilden Charakter gaben: es waren die Apenninen. Violetter Duft umſchwamm die Bergeshäupter, während die Seiten des Gebirges ſchon von nebligem Blau umfloſſen waren, aus dem hier und da kräftigere grünblaue Maſſen auftauchten, die bewaldeten Berge an⸗

deutend.

In einer engen Felſenſchlucht lagerte eine kleine Schaar Männer, wilde, verwegene, markige Geſtalten jeden Alters in ſchwarzen, blauen und braunen Sammetjacken und ſpitzen Hüten, einige auch mit dem Italien eigenen ärmelloſen Schaſpelz, wo die Haare nach Außen gekehrt ſind. Büchſen, kurze Karabiner, Stilets und bei Einigen auch Piſtolen, bezeichneten deutlich genug, welchen Schlages dieſe Leute waren, ſelbſt wenn man ihr Handwerk nicht aus ihren Geſichtern hätte herausleſen können, wo es in den ſcharfmarkirten Zügen, den wildflammenden Augen bei Vielen ſchon deutlich ausgeprägt ſtand. Es waren Banditen, die ſich hier zu irgend einem Unternehmen zu⸗ ſammengefunden hatten, nachdem ſie vielleicht am Morgen noch ihre Heerde geweidet, ihr Feld bebaut oder ſonſt ein Geſchäft getrieben, das ſie als gute Staatsbürger erſcheinen ließ.

Unter ihnen ſtand ein junger Mann, der zwar auch theilweiſe die Tracht ſeiner Umgebung trug, aber dabei eine gewiſſe edle Eleganz verrieth, die ihn ſchnell vor Allen kennzeichnete, ſowie ſein ganzes