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Dreißigſtes Kapitel.
Der aufgefangene Brief.
Ein großer Schritt führt uns zum Ziel, Viel kleine Schritte thun es auch. Göthe.
Benedetto hatte die Keckheit, mit ſeiner Felucke in Livorno an⸗ zulegen, ſeine Waaren dort ausſchiffen zu laſſen. Er hielt ſich ſo ſicher vor aller Gefahr, daß er glaubte, Alles wagen zu können, und in der That war ihm das Glück beſtändig günſtig.
Danglars erhielt Auftrag, die durch kühnen Seeraub erbeuteten Waaren zu möglichſt hohen Preiſen loszuſchlagen, Lippi mußte während der Zeit mit ſeinen Leuten Fiſcherei treiben, denn Benedetto hielt es für nöthig, Danglars beſtändig unter ſeinen Augen zu behalten, da er weder in deſſen Ehrlichkeit noch Verſchwiegenheit ſo großes Ver⸗ trauen ſetzte.
Als durch Danglar's Erfahrung in Handelsgeſchäften die Waaren zu verhältnißmäßig guten Preiſen verkauft waren, ging Benedetto mit ſeiner Geſellſchaft wieder zu Schiff und ſegelte nach Civita Vec⸗ chia, wo er ſeine Leute nochmals ſchwören ließ und ſie dann unter die Führung eines aus ihrer Mitie genommenen, zuverläſſig ſcheinen⸗ den Mannes ſtellte, wobei ſie zur Abwechslung durch Küſtenfahrten ihren Unterhalt verdienten. Sie ſollten ſich aber nie ſehr weit ent⸗ fernen, Neapel auf der einen, Livorno auf der anderen Seite waren die entfernteſten Punkte, welche ſie berühren durften. Benedetto wollte ſie bei der Hand haben, wenn ihm die Zeit gelegen ſchien, einen zweiten Beſuch auf Monte Chriſto zu machen.“
Lippi, der Steuermann, hatte Benedetto als einen durchtriebenen und mit aller Welt bekannten Burſchen kennen gelernt, mit dem Etwas auszurichten war, und deshalb behielt ihn Benedetto bei ſich.
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