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Bei dieſem flüchtigen Gedanken ward der ſchreckliche Zweifel wieder in ihm wach, der ihm ſchon einmal auf Schloß If nieder⸗ geſchmettert hatte.
„Ich beſchäftige mich damit,“ dachte er,„dieſen Mann dem Glücke zurückzugeben, ich betrachte dieſe Bemühung wie ein Ge⸗ wicht, welches ich gegen das was ich übel gemacht, in die Wag⸗ ſchale legen will.... Ach wenn er nicht unglücklich genug wäre, das Glück zu verdienen,... wenn ich mich irrte! Ach was würde aus mir werden, der ich das Ueble nur vergeſſen kann, indem ich mir das Gute zurückrufe!“
„Hören Sie, Morrel,“ ſprach er,„ich ſehe, Ihr Schmerz iſt ſehr groß, aber Sie glauben an Gott und wollen Ihr Seelenheil nicht auf's Spiel ſetzen.“
Morrel lächelte traurig.
„Graf,“ ſprach er,„ich ſchwärme, wie Sie wiſſen, nicht bei kaltem Blute, aber ich ſchwöre, meine Seele gehört nicht mehr mir.“
„Höre Morrel,“ ſagte Monte⸗Chriſto,„ich habe keinen Ver⸗ wandten auf der Welt, jwie Du weißt. Ich habe mich gewöhnt, Dich wie einen Sohn zu betrachten; nun wohl, um meinen Sohn zu retten, würde ich mein Leben opfern, um wie viel mehr nicht mein Vermögen?“
„Was wollen Sie damit ſagen?“
„Ich will ſagen, Morrel, daß Sie aus dem(Leben ſcheiden wollen, weil Sie nicht alle Freuden kennen, die ein großer Reichthum gewährt. Mein Sohn, ich beſitze faſt hundert Millionen, ich gebe ſie Dir, damit kannſt Du Alles erreichen. Biſt Du ehrgeizig; jede Laufbahn ſteht Dir offen; wälze die Welt um, gieb Dich unver⸗ nünftigen Entwürfen hin, begehe ſelbſt ein Verbrechen, wenn es ſein muß, aber lebe!“
„Graf, ich habe Ihr Wort,“ entgegnete Morrel kalt,„und“ fügte er, ſeine Uhr herausziehend, hinzu,„es iſt eilf ein halb.“
„Morrel, woran denkſt Du? unter meinen Augen, in meinem Hauſe?“
„O ſo laſſen Sie mich reiſen,“ ſprach Morrel finſter,„oder ich muß glauben, daß Sie mich nicht meinetwegen, ſondern Ihret⸗ wegen lieben.“
Und er ſtand auf.
„Gut,“ ſprach Monte⸗Chriſto mit verklärtem Geſicht,„Du willſt es, Morrel, und biſt unerſchütterlich, ja, Du biſt ſehr un⸗ glücklich, und wie Du ſagteſt, nur ein Wunder könnte Dich retten, ſetze Dich und warte.“
Morrel gehorchte, Monte⸗Chriſto trat an einen ſorgfältig ver⸗ ſchloſſenen Schrank, von dem er den Schlüſſel beſtändig an einer
Lodenen Kette bei ſich trug. Aus dieſem Schranke nahm er ein
leines, außerordentlich kunſtvoll gearbeitetes ſilbernes Käſtchen,
chen
ſong wol


