Teil eines Werkes 
6 (1870)
Entstehung
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anglars,

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Aber wenn ich nun kein Geld mehr habe, um bezahlen zu können? ſchrie Danglars außer ſich.

Dann werden Sie hungern müſſen.

Ich werde hungern müſſen? ſtotterte der Banquier.

Wahrſcheinlich, entgegnete Vampa phlegmatiſch.

Aber Sie ſagten ja, Sie wollten mich nicht tödten?

Nein.

und Sie wollen mich Hungers ſterben laſſen?

Das iſt nicht daſſelbe.

Ach Ihr Niederträchtigen, ich werde Eure ſchändlichen Be⸗ rechnungen zu nichte machen, ſchrie Danglars,Tod für Tod, ich will auch zu Ende kommen, laßt mich leiden, quält mich, tödtet mich, aber ich gebe Euch meine Unterſchrift nicht!

Wie es Excellenza gefällt, ſprach Vampa.

Und er verließ die Zelle.

Danglars warf ſich wüthend auf ſein Lager.

Wer waren dieſe Menſchen? Wer war der ſichtbare, wer

ddeer unſichtbare Befehlshaber? Welche Pläne verfolgten ſie hinſicht⸗

lich ſeiner? Warum konnte er ſich nicht loskaufen, während jeder Andere es gekonnt?

O gewiß, ein ſchneller Tod war ein gutes Mittel, ſeine erbit⸗ terten Feinde zu täuſchen, die aus unbegreiflicher Rache ſo gegen ihn zu handeln ſchienen.

Ja, aber ſterben!...

Zum erſten Male vielleicht, während ſeines langen Lebens, dachte Danglars mit Furcht und Sehnſucht zugleich an den Tod, der Augenblick war gekommen, in dem auch er das unerbittliche Geſpenſt erblicken ſollte, welches im Innern jeder Creatur lebt, und bei jedem Pulsſchlage des Herzens flüſtert: Du mußt ſterben!

Danglars glich jenem Rothwild, welches die Jagd belebt, dann

zur Verzweiflung bringt, und welches ſich oft eben durch die Stärke

dieſer Verzweiflung rettet. Danglars dachte an Flucht.

Aber die Mauern waren die Felſen ſelbſt, vor dem einzigen Ausgange dieſer Zelle hielt ein kräftiger Mann Wache und weiter⸗ hin gewahrte er noch viele andere bewaffnete Banditen.

Sein Entſchluß, ſeine Unterſchrift nicht zu geben, währte zwei Tage, dann verlangte er Lebensmittel und gab eine Million.

Ein ſüperbes Abendeſſen ward ihm ſervirt, er war um eine

Million ärmer. 4 Von da an war das Leben des Unglücklichen eine Reihe ſchmerzlicher Erfahrungen. Er hatte ſo viel gelitten, daß er nicht

länger mehr leiden mochte, und nach Verlauf von zwei Tagen allen

Forderungen nachgab. Eines Nachmittags, als er eben dinirt hatte, wie in den Tagen ſeines höchſten Glücks, überrechnete er ſein Geld, und ach, es blieben ihm nur noch fünfzigtauſend Francs.