1418
„Wie!l ein Brod hunderttauſend Francs?“
„Hunderttauſend Francs.“
„Aber ſo viel verlangen Sie ja nur für ein Huhn?“
„Bei uns wird nicht nach der Karte geſpeiſt, ſondern zu feſten Preiſen. Ißt man viel, ißt man wenig, verlangt man zehn Schüſ⸗ ſeln, oder eine,— ſtets derſelbe Preis.“
„Stets derſelbe Scherz. Mein Freund, das iſt abgeſchmackt und albern. Sagen Sie mir ſchnell, ob Sie wollen, daß ich vor Hunger ſterben ſoll, dann haben Sie Ihren Zweck bald erreicht.“
„O nein, Excellenza, Sie ſelbſt ſcheinen ſich tödten zu wollen. Bezahlen Sie, und Sie können eſſen.“
„Aber womit ſoll ich denn bezahlen, Du Narr? Denkſt Du etwa, daß man fünftauſend Goldſtücke mit ſich in der Taſche herumführt?“
„Ah, Sie haben fünf Millionen in der Ihren, Excellenza,“ ſagte Peppino,„dafür können Sie fünfzig und ein halbes Huhn verſpeiſen.“
Danglars zitterte, die Binde ſiel ihm von den Augen, er verſtand endlich.
„Alſo,“ ſagte er,„würde ich mich wenigſtens nach Gefallen ſatt eſſen können, wenn ich die Summe bezahlte
„Gewiß,“ rief Peppino..
„Aber wie kann ich bezahlen?“ fragte Danglars leichter athmend.
„Nichts iſt einfacher; Sie haben einen offenen Credit bei den Herren Thomſon und French, via dei Banchi, in Rom, geben Sie mir eine Anweiſung auf viertauſendneunhundertachtundneunzig Goldſtücke an dieſe Herren, und wir ſind bezahlt.“
Danglars that wie ihm geheißen.
„Hier,“ ſagte er ſeufzend.
„Gut, hier iſt Ihr Huhn.“
Danglars zerlegte es ſeufzend, es ſchien ihm ſehr mager für eine ſo große Summe.
Peppino nahm ſchnell das Papier, ſteckte es in die Taſche und beendete nun endlich auch ſeinen Erbſenſchmaus.
CXIV.
Vergebung.
Den folgenden Tag war Danglars noch hungrig, die Luft dieſer Höhle war ſo zehrend wie möglich, der Gefangene glaubte,


