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So vergingen vier Stunden, der Rieſe ward durch einen an⸗ dern Banditen erſetzt. Danglars Hunger ward immer nagender, er ſtand auf, näherte ſich leiſe der Thür, legte ſein Auge an die Spalten, und erkannte das kluge Geſicht ſeines Führers.
Er ſaß gemüthlich da, und hielt eine dampfende Schüſſel mit
Speck gedämpfter Erbſen zwiſchen den Knieen.
Neben ihm ſtand ein niedliches Körbchen mit Trauben von Velletri und eine Korbflaſche mit Wein von Orvieto.
Man ſieht, Peppino war ein Gourmand.
Als Danglars dieſe herrlichen Sachen ſah, lief ihm das Waſſer im Munde zuſammen. 3
„Ach,“ murmelte er,„ich will ſehen, ob dieſer umgängli⸗ cher iſt.“ 3
Und er ging wieder zur Thür und klopfte.
„Was wünſchen Sie?“ fragte Peppino, der in Folge ſeiner häufigen Anweſenheit in Meſſer Paſtrini's Hotel, etwas franzöſiſch verſtand.
Er öffnete die Thür.
Danglars empfing ihn mit der graziöſeſten Miene.
„Verzeihen Sie mein Herr,“ ſprach er,„aber ich ſollte den⸗ ken, es ſei Zeit, mir auch ein Mittageſſen zu geben....“
„Wie,“ rief Peppino,„ſollten Excellenza zufällig hungrig ſein?“
„Zufällig,“ murmelte Danglars,„das iſt charmant, es ſind jetzt gerade vierundzwanzig Stunden, daß ich nichts gegeſſen habe.“
„Ja, mein Herr,“ fügte er dann laut hinzu,„ich bin hungrig,
ja ſogar ſehr hungrig.“
„Und Excellenza wollen eſſen?“
„Sobald als möglich.“
„Nichts iſt leichter,“ ſprach Peppino,„hier kann man bekommen was man will, verſteht ſich, wenn man bezahlt, wie das überall der Brauch iſt!“
„Gewiß,“ rief Danglars,„obgleich Ihr eigentlich wohl ver⸗ pflichtet wäret Eure Gefangenen zu ernähren.“
„Excellenza verzeihen,“ ſprach Peppino,„das iſt nicht Brauch.“
„Das iſt ein ziemlich ſchlechter Brauch,“ entgegnete Danglars, der ſeinen Wärter ſchmeicheln wollte,„doch ich beſcheide mich. Alſo— ich wünſche zu eſſen.“
„Augenblicklich, Excellenza, was wünſchen Sie?“
Und Peppino ſetzte ſeinen Napf an die Erde, ſo daß der Duft der dampfenden Speiſen in Danglars Naſe ſtieg.
„Befehlen Sie,“ ſprach er.
„Sie haben alſo Küchen hier?“ fragte der Banquier.
„Wie, ob wir Küchen haben? o vorzügliche!“
„Und Köche?“
„Ausgezeichnete.“


